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Streets • Streets Cloud • Gehen Sie mit auf Weltreise, wenn Sie die Neuesten Artikel über China, Neuseeland, Australien, Indien, Thailand, Usbekisten,

den Iran, den Pamir Highway uvm. lesen wollen.

Hier der Beginn eines Traumes, der Wirklichkeit wurde!

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27.02.2016
Nicky
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Lange haben wir gewartet, doch nun ist der Zeitpunkt unsere neuen Reisepläne zu enthüllen... ...Ab Mitte April diesen Jahres werden wir für drei Jahre mit dem Fahrrad um die Welt fahren!!! Der Countdown läuft immer schneller doch unsere Vorbereitungen sind schon weit fortgeschritten. Im Dezember letzten Jahres haben wir unsere Jobs gekündigt. Vor einigen Wochen folgte die Kündigung der Wohnung und kurz vor Ostern werden wir unseren letzten Arbeitstag haben. Die Ausrüstung ist ebenfalls fast vollständig. Ab sofort wird auch unsere Webpräsenz an anderer Stelle fortgesetzt. Eigens für die Weltreise wird es einen neuen Blog und eine neue Facebook-Seite geben: Blog Facebook
09.01.2016
Nicky
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Im Sommer 2011 waren wir nach Kasachstan geflogen und hatten für die Heimfahrt den Landweg durch Russland, die Ukraine und Polen gewählt. Schon damals wollten wir der polnischen Metropole Breslau einen Besuch abgestattet haben, doch die Gelegenheit ergab sich nicht. Mehr als vier Jahr später, zum Jahreswechsel 2015/16, setzten wir den Plan von damals endlich in die Tat um. Daten von OpenStreetMap - Veröffentlicht unter ODbL Ankunft in Breslau Am 31.12.2015 geht es los. Früh morgens fliegen wir von Düsseldorf nach Breslau, das wir bereits gegen acht Uhr erreichen. Vom Flughafen geht es mit dem Bus zum Bahnhof von Breslau. Der Rynek Von dort ist es nur ein kurzer Fußweg in die Innenstadt. Wegen des frühen Flugs sind wir müde und unausgeschlafen und so führt unser erster Weg zu einem Café in der modernen Dominikańska Shoppingmall. Nachdem unsere Lebensgeister wieder geweckt sind, gehen wir in die Altstadt weiter. Das Wetter ist zwar eisig aber sonnig und so können wir einige Fotos des Ryneks im Sonnenschein schießen. Altes Rathaus Der Rynek ist der mittelalterliche Marktplatz. Im zweiten Weltkrieg wurde viel der historischen Bebauung zerstört, doch nach Kriegsende wurden die meisten der zerstörten Gebäude wieder hergestellt. Vorbereitungen für die Silvesterfeier Dominiert wird der Platz vom gotischen Alten Rathaus in seiner Mitte, doch auch die Stadthäuser im Stile der Renaissance an der Westseite sind sehenswert. In Vorbereitung auf die Silvesterfeier am Abend ist ein Teil des Platzes bereits abgesperrt und Helfer sind dabei eine riesige Bühne zu errichten. Wir fliehen vor dem Lärm des Sound-Checks und gehen zum Salzmarkt weiter. Salzmarkt Früher dem Salzhandel vorbehalten, befindet sich hier heute ein Blumenmarkt, der wegen der Silvesterfeier jedoch geschlossen ist. Weiter führt uns unser Weg zur Universität von Breslau, vor deren Eingang der berühmte Fechterbrunnen unsere Neugier weckt. Universität und Fechterbrunnen Nächstes Ziel wird das Ufer der Oder, von dem sich der Blick über die Dominsel mit den darauf befindlichen Kirchen eröffnet, allem voran dem namensstiftenden Breslauer Dom. Schließlich wird uns der schneidende Wind am Ufer zu kalt und wir gehen in Richtung Altstadt zurück. In einer Milchbar nahe der Universität essen wir zu Mittag. Blick auf die Dominsel Die so genannten Milchbars entstanden während der Zeit des Kommunismus und sind nicht viel mehr als einfach eingerichtete Selbstbedienungsrestaurants mit einer begrenzten Auswahl an Tagesmenüs. Nichtsdestotrotz ist das Essen von guter Qualität und sehr preisgünstig noch dazu. Mittagessen in einer Milchbar Nachdem wir noch einmal über Rynek und Salzmarkt geschlendert sind, gehen wir zum Hotel und checken dort ein. Es ist bereits später Nachmittag und nach dem frühen Flug sind wir reichlich erschöpft. Wir gehen einkaufen, dann legen wir uns auf die Betten um etwas Schlaf nachzuholen. Um 23 Uhr klingelt unser Wecker und wir kleiden uns rasch an um noch das Finale der Silvesterfeier auf dem Rynek mitzubekommen. Prosit Neujahr! Draußen ist es eisig kalt und windig, trotzdem sind die Straßen voller Menschen und das Gedränge nimmt zu, je näher wir der großen Bühne auf dem Rynek kommen. Wir suchen uns einen windgeschützten Platz in einem Hauseingang in der Nähe des historischen Rathauses und betrachten die aufwendige Bühnenshow mit zumeist polnischen Musikern. Schließlich wird der Countdown zum Jahreswechsel eingeleitet, an den sich ein eher zurückhaltendes Feuerwerk anschließt während die meisten Feiernden mit Sekt anstoßen. Wir beobachten das Schauspiel noch ein paar Minuten, dann kehren wir zum Hostel und in unser warmes Zimmer zurück. Verschneiter Rynek an Neujahr Als wir am nächsten Morgen erwachen, schneit es zu unserer großen Überraschung. Wir frühstücken im Zimmer, dann brechen wir zu einem ausgiebigen Neujahrsspaziergang auf. Spaziergang am Oderufer Vom Hostel schlendern wir zum Rynek und von dort in Richtung Oderufer weiter. Der Uferpromenade folgen wir einige Zeit und gelangen so schließlich auf die Bleicherinsel, auf der sich heute ein kleiner Stadtpark befindet. Während weiter feine Schneeflocken fallen, führt uns unsere Route über die so genannte Mühleninsel zur Dominsel. Der Dom von Breslau Über eine historische Stahlbrücke gelangen wir zu einer von barocken Stadthäusern gesäumten Allee, die direkt zum Portal der Kathedrale St. Johannes des Täufers hinführt. Abendessen in der Milchbar Da grade ein Neujahrsgottesdienst gehalten wird ist die Kirche leider nicht zu besichtigen, also spazieren wir weiter zur so genannten Sandinsel von der sich noch einmal ein Panoramablick auf die Dominsel öffnet. Wir gehen noch das letzte Stückchen Weg bis in die Altstadt weiter und setzen uns durchgefroren in eine andere Milchbar und essen dort zu Mittag. Gesättigt und aufgewärmt unternehmen wir noch einmal einen weiteren Erkundungsgang durch die Altstadt und schießen noch einige weitere Fotos von Rynek und Salzmarkt. Während die Dämmerung anbricht, kehren wir zum Hostel zurück wo wir den Abend ausklingen lassen. Klirrende Kälte am nächsten Morgen! Der nächste Morgen beginnt wieder mit strahlendem Sonnenschein, doch die Temperaturen sind noch einmal gefallen und liegen bei zehn Grad unter null. Nach dem Frühstück spazieren wir wieder einmal über den Rynek. Markthalle Von dort laufen wir zur Markthalle von Breslau weiter, die heute den ersten Tag im neuen Jahr wieder geöffnet hat. Im Inneren der lichtdurchfluteten Betonkonstruktion ist trotzdem nicht allzu viel los. Die meisten Marktstände sind zwar besetzt, doch es sind kaum Kunden unterwegs. Magdalenenkirche mitBrücke der Sünderinnen Wir begutachten die kulinarischen Spezialitäten, dann gehen wir zur nahen Dominsel weiter. Diesmal haben wir auch Glück und können das eher schlichte Interieur des Doms besichtigen. Da wir den Rest der Insel schon erkundet hatten, führt uns unser Weg wieder zurück in die Altstadt und zur Magdalenenkirche. Blick vom Kirchturm Berühmt ist diese für die so genannte Brücke der Sünderinnen, welche die beiden hoch aufragenden Kirchtürme verbindet. Für einen kleinen Obolus dürfen wir bis dort hinaufklettern. Von der Brücke bietet sich ein grandioser Blick auf Breslau, doch der eisige Wind der dort oben stürmt zwingt uns zur schnellen Umkehr. Dem nächsten Ziel des Tages haben wir schon länger gespannt entgegen gesehen - dem so genannten Panorama von Racławice. Es handelt sich um ein Panoramagemälde aus dem Jahr 1894 mit den unglaublichen Maßen von 15 x 114 Metern. Besichtigung des Panoramas von Racławice... Untergebracht ist das Kunstwerk in einem runden Betonbau aus Sowjetzeiten. Wir erwerben zwei der nicht grade günstigen Eintrittskarten und wenig später werden wir mit einer Touristengruppe ins Innere geführt. ...und ein Blick auf die Details In der Mitte des Rundbaus ist eine Tribüne errichtet, von der man alle Details der rings um das Publikum gespannten Leinwände betrachten kann. Dank ausgefeilter Beleuchtung und Ausstaffierung mit authentischen Requisiten entsteht so ein sehr realistischer Eindruck. Während der nächsten halben Stunde lauschen wir den Erklärungen des Audioguides. Blick über Breslau auf dem Rückweg Jede wichtige Szene des Gemäldes und der Hintergrund der dargestellten Schlacht bei Racławice werden erläutert. Am späten Nachmittag gehen wir zum nahegelegenen Nationalmuseum weiter. Die Eintrittskarte für das Panorama gilt auch hier, also schlendern wir die nächsten zwei Stunden durch die Ausstellung schlesischer Kunstwerke. Als wir das Museum wieder verlassen ist die Sonne bereits untergegangen. Wir nutzen die Gelegenheit um noch einmal zur Dominsel zu gehen um dort ein paar Nachtbilder zu schießen. Anschließend kehren wir ins Hostel zurück. Besuch des jüdischen Friedhofs am nächsten Tag Der nächste Tag ist unser letzter Tag in Breslau. Nach dem Frühstück packen wir unsere Rucksäcke und checken aus. Der erste Programmpunkt des Tages ist der Besuch des berühmten jüdischen Friedhofs. Die Temperaturen sind über Nacht noch einmal gefallen, zudem weht ein böiger Wind. Oratorium Marianum Als wir endlich den Eingang des außerhalb gelegenen Friedhofs gefunden haben, sind wir durchgefroren. Wie durch ein Wunder haben die meisten Grabmale den zweiten Weltkrieg einigermaßen unbeschadet überstanden, auch wenn es hier und da Spuren gibt. Etwas unheimlich ist es schon, als einziger Besucher durch den beinahe unberührten Schnee zu stapfen und auch wegen der eisigen Kälte bleiben wir nicht lange. Aula Leopoldina Nachdem wir uns in einem Café in der Innenstadt wieder ein wenig aufgewärmt haben, gehen wir zur letzten Attraktion dieser Reise weiter, der Universität. Als besonders sehenswert waren das Oratorium Marianum und die  Aula Leopoldina beschrieben worden und tatsächlich sind die beiden großen Barocksäle einen Besuch wert. Auch hier sind wir die einzigen Besucher und können die kunstvolle Einrichtung der Räume ausgiebig bewundern. Schließlich wird es Zeit, zum Flughafen aufzubrechen. Am frühen Abend sind wir dann zurück in Deutschland.
28.11.2015
Nicky
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Schon einmal, im November 2013, waren wir in Bergamo gewesen. Damals hatte es uns dort ausgesprochen gut gefallen, allerdings hatten wir in der Kürze der Zeit nicht alle Sehenswürdigkeiten besichtigen können. Als sich ziemlich exakt zwei Jahre später eine weitere Möglichkeit bot nach Bergamo zu reisen, nutzten wir diese also ohne zu zögern. Daten von OpenStreetMap - Veröffentlicht unter ODbL Piazza della Vittoria in Brescia Am 21.11.2015 geht es los. Von Köln-Bonn aus fliegen wir am frühen Morgen nach Bergamo. Da Bergamo doch verhältnismäßig klein ist, wollen wir dieses Mal zusätzlich noch die nahe Metropole Brescia besuchen. Vom Flughafen in Bergamo fahren wir mit dem Bus zum Bahnhof. Piazza della Loggia mit astronomischer Uhr Dort können wir Tickets für den Zug nach Brescia lösen und sind wenig später bereits auf dem Weg. Das Wetter ist leider eher mäßig, immer wieder fällt leichter Regen und der Himmel ist von dichten Wolken bedeckt. Als wir nach gut einstündiger Fahrt in Brescia den Zug verlassen, ist es immerhin wieder trocken und so brechen wir zu Fuß in die Innenstadt auf. Spaziergang durch die Altstadt Als erstes erreichen wir die Piazza della Vittoria, die zwar durch ihre Größe, nicht aber durch besondere Ästhetik besticht. Weiter führt unser Weg zur Piazza della Loggia, die zu Recht als der schönste Platz der Stadt gilt. Die Burg von Brescia Besonders sehenswert ist die astronomische Uhr an einem der historischen Häuser. Angeblich soll ihr Uhrwerk seit der Fertigstellung im 16. Jahrhundert ununterbrochen gelaufen sein. Von der Piazza della Loggia führt uns unser Weg weiter durch die schmalen Gassen der umliegenden Altstadt und schließlich zum Aufgang zur Burg von Brescia, die als eine der größten Burgen Italiens gilt. Forum Romanum Das Bauwerk ist ausgesprochen gut erhalten. Von den Mauern hat man nicht nur einen grandiosen Blick über Brescia, in und um die Anlage wurde zudem ein einladender Park errichtet, der bei besserem Wetter wohl zum Verweilen einladen würde. Piazza del Duomo Wir fliehen jedoch vor dem stürmische Wind in die Altstadt zurück. Unterwegs machen wir einen Stopp bei den Überresten des römischen Stadtkerns, von denen besonders die Ruinen des Forum Romanum hervorzuheben sind. Während langsam die Dämmerung einsetzt gehen wir zum Domplatz weiter, an dem sich der Alte Dom sowie der Neue Dom befinden. Inneres des Duomo Vecchio... Während uns der barocke Neue Dom weder von außen noch von innen sonderlich begeistert, versetzt uns der Alte Dom, Duomo Vecchio, umso mehr in Erstaunen. Das romanische Gotteshaus aus dem 12. Jahrhundert ist in Form einer Rotunde ausgeführt. ...und Altarraum im Detail Die Fenster sind klein und die Beleuchtung spartanisch, was eine äußerst stimmungsvolle Atmosphäre erzeugt. Interessant anzusehen sind auch die Bischofsgräber und die schlichte Krypta. Als wir den Dom verlassen, fängt es an zu regnen. Trotzdem werfen wir auf dem Rückweg zum Bahnhof noch eine raschen Blick auf die von historischen Gebäuden gesäumte Fußgängerzone. Im Zug zurück nach Bergamo Am Ende wird der Regen jedoch zu heftig und wir beeilen uns, den Bahnhof zu erreichen. Wir haben kaum unsere Tickets am Automaten gelöst, da fährt der Zug bereits ein. Am späten Abend sind wir schließlich in Bergamo zurück. In der Nähe des Bahnhofs finden wir einen Supermarkt, wo wir fürs Abendessen einkaufen. Anschließend machen wir uns auf die Suche nach unserem Hotel, das wir in einem unansehnlichen Hochhaus hinter dem Bahnhof finden. Den restlichen Abend verbringen wir dann in unserem Zimmer, wo wir bald nach dem Essen zu Bett gehen. Unterstadt von Bergamo am nächsten Morgen Zu unserer großen Freude beginnt der nächste Morgen mit klarem Himmel und Sonnenschein. Nachdem wir unsere Rucksäcke gepackt haben, brechen wir in die Città Bassa auf, die Unterstadt von Bergamo. Eingang zur historischen Oberstadt Wir spazieren durch die Geschäftsstraßen dort, doch unser eigentliches Ziel ist die Città Alta, die historische Oberstadt. Der Weg dorthin führt uns durch ein sehenswertes Stadttor mit venezianischen Insignien. Wir folgen den Menschenmassen weiter zur Bergstation der historischen Standseilbahn, die zugleich den Beginn der Altstadt markiert. Piazza Vecchia Gemütlich schlendern wir durch die schmalen Gassen, werfen einen ersten Blick auf die Piazza Vecchia, den Platz vor dem historischen Rathaus, und kehren schließlich bei einer Bäckerei ein um dort zu frühstücken. Aufstieg zum Hügel San Vigilio Gestärkt spazieren wir von dort zum oberhalb der Città Alta gelegenen Hügel San Vigilio weiter, der einst Teil der Befestigungsanlagen war und auf dem sich noch immer einige Wehrmauern und Festungsreste befinden. Der eigentliche Grund, den steilen Aufstieg auf uns zu nehmen ist jedoch der grandiose Fernblick, den man von hier genießen kann. Nachdem wir unzählige Fotos dieses bemerkenswerten Motivs geschossen haben, kehren wir in die Altstadt zurück. Blick auf San Vigilio... ...Panoramablicke auf Bergamo von dort ...und immer wieder tolle... Dort spazieren wir ziellos durch die historischen Straßenzüge und finden uns schließlich erneut an der Bergstation der Standseilbahn wieder. Spezialität von Bergamo - Polenta Ganz in der Nähe gibt es eine Imbissbude, die die bekannteste Spezialität Bergamos verkauft - Polenta. Wir gönnen uns zwei Variationen, einmal mit Fleischgarnitur und einmal mit dem typischen Taleggio-Käse der Region. Capella Colleoni Satt gegessen gehen wir anschließend zur Piazza Vecchia weiter, an der sich das historische Rathaus Bergamos befindet. Direkt an diese Piazza schließt auch die Piazza del Duomo an. Obwohl der Platz nach dem Dom benannt ist, beherrscht doch die Cappella Colleoni den Platz. Sie wurde von dem Heerführer Bartolomeo Colleoni in Auftrag gegeben und fungiert als seine Grabkirche. Augustinerkloster Das Bauwerk besticht durch seine Fassade mit verspielten Mustern aus verschiedenen Marmorsorten. Vom Domplatz gehen wir schließlich noch zum alten Augustinerkloster weiter, von dem sich noch einmal ein guter Rundblick über die Città Bassa bietet. Maronenrösten im ganz großen Stil Inzwischen ist es Nachmittag geworden und vom Augustinerkloster aus gehen wir wieder in die Unterstadt zurück. Dort schlendern wir noch einmal durch die zentrale Einkaufsstraße, an deren Ende ein Weihnachtsmarkt aufgebaut ist. Der Weihnachtsmarkt bietet keine allzu beeindruckende Auswahl an Produkten doch ein Maronen-Stand weckt unser Interesse. Ein letzter Blick auf Bergamo Die Mengen, in denen die Esskastanien hier verarbeitet werden sind atemberaubend. Über Feuerschalen drehen Helfer zwei riesige Rösttrommeln; eingeschnitten werden die Maronen gleich maschinell. Wir erstehen ein halbes Pfund der italienischen Spezialität und beobachten beim Essen fasziniert das Schauspiel der Maronenzubereitung. Schließlich wird es Zeit, sich auf den Rückweg zum Flughafen zu machen. Wenig später sitzen wir im Flughafenbus und sind am späten Abend schließlich zurück in Deutschland.
31.10.2015
Nicky
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Portugal hatte immer schon einen besonderen Reiz auf uns gehabt. Spätestens seit wir im Sommer 2013 ein Wochenende im Küstenort Faro an der Algarve verbracht hatten, hofften wir auf eine weitere Gelegenheit das Land zu bereisen. Im Herbst 2015 bot sich diese Gelegenheit schließlich. Daten von OpenStreetMap - Veröffentlicht unter ODbL Ankunft im Hotel Am Freitag den 23.10.2015 steigen wir abends in Köln-Bonn in eine leicht verspätete RyanAir-Maschine nach Porto. Der Flug dauert immerhin knapp drei Stunden und so ist es, auch dank der einstündigen Zeitverschiebung, bereits kurz vor 23 Uhr als wir portugiesischen Boden betreten. Vom Flughafen aus fährt eine moderne Straßenbahn ins Stadtzentrum von Porto. Trotzdem ist es schon beinahe Mitternacht als wir vor der Tür unserer Unterkunft stehen. Kurze Zeit später können wir endlich erschöpft auf die Betten sinken. Mercado do Bolhão am näcshten Morgen Nachdem der Himmel gestern Abend noch sternenklar gewesen war, beginnt der neue Tag mit dichten Wolken. Wenigstens ist es trocken als wir das Hotel verlassen. Unser erster Weg führt uns zu einem Café in dem wir unsere Lebensgeister mit etwas Gebäck und einem Espresso wieder wecken. Rathaus von Porto Weiter gehen wir ins Stadtviertel Santo Ildefonso, das unter anderem für seine zahlreichen kleinen Delikatessengeschäfte berühmt ist. In der Mitte des Viertels befindet sich zudem der alte Stadtmarkt Mercado do Bolhão. Viel ist an diesem Morgen dort nicht los. In der Altstadt von Porto Dennoch schlendern wir zwischen den Marktständen in dem neoklassizistischen Bau umher und begutachten die Auswahl an Obst, Gemüse und Käsesorten. Vom Markt setzen wir unseren Weg zum Paços do concelho fort, dem Rathaus. Es handelt sich um einen protzigen Bau aus den 1920er Jahren der mit seinem hübsch gestalteten Vorplatz jedoch ein gutes Fotomotiv abgibt. Igreja de Santo Ildefonso Vom Rathaus ist es nicht mehr weit bis zum Beginn der Altstadt. Hier begegnet uns auch die erste der berühmten historischen Straßenbahnen. Ihre Gleise führen eine steile Straße hoch, die von gemütlichen alten Geschäftshäusern gesäumt ist. Auf der Kuppe des Hügels steht die Barockkirche Igreja de Santo Ildefonso. Ponte Dom Luís I Wir nehmen uns ein paar Minuten um das prunkvolle Innere zu erkunden. Von der Kirche aus gehen wir in Richtung der Brücke Ponte Dom Luís I weiter. Die im Jahr 1877 fertiggestellte und von einem Schüler Gustave Eiffels entworfene Stahlbogenkonstruktion überspannt den Fluss Duoro, der hier bei Porto in den Atlantik mündet. An der Meeresmündung des Duoro Von der Brücke aus hat man einen grandiosen Blick über die beidseits des Flussufers erbaute Altstadt. Besonders auffällig sind die langgezogenen mit Terrakotta-Ziegeln gedeckten Lagerhäuser, in denen das berühmteste Produkt Portos gelagert wird – der Portwein. Rückfahrt in einer historischen Straßenbahn Genau zwischen diesen Lagerhäusern spazieren wir zum Ufer des Duoro hinab. Unten erwartet uns eine hübsche Promenade mit Restaurants und Cafés. An einem Straßenstand kaufen wir eine Portion gerösteter Maronen und genießen den Blick über den Fluss eine Weile. Spaziergang durch die Altstadt Nachdem wir die Promenade einmal hinauf und wieder hinunter geschlendert sind, beschließen wir zur Meeresmündung des Duoro zu gehen. Das Wetter ist zwar grau und diesig, doch zumindest scheint es trocken zu bleiben. Wir überqueren die Ponte Dom Luís I erneut und folgen dem Flusslauf die knappen zehn Kilometer bis zum Atlantik. Im alten Hafenviertel Ribeira Die Flussmündung selber ist auch eher unspektakulär, dafür ist der raue, windgepeitschte Atlantik ein lohnenswertes Fotomotiv. Wir gehen bis zur Spitze einer Mole weiter, an deren Ende sich ein kleiner Leuchtturm befindet und bestaunen das Panorama eine Zeit lang. Schließlich machen wir uns auf dem Rückweg. Igreja Capela Das Almas in der Nähe des Hotels Wie der Zufall es will, steht die Abfahrt einer der historischen Straßenbahnen in die Altstadt unmittelbar bevor und so ergreifen wir ohne zu zögern diese Gelegenheit. Nach einer kurzen und holperigen Fahrt stehen wir wieder im historischen Zentrum von Porto. Franceshina - eine Spezialität aus Porto Es ist bereits später Nachmittag und wir nutzen die letzten Stunden bis zum Anbruch der Dämmerung für eine ziellose Wanderung durch die schmalen Gässchen. Am Ende finden wir uns vor der Kathedrale Sé wieder, die wegen eines Gottesdienstes jedoch im Moment nicht zugänglich ist. Wir verschieben den Besuch also auf den morgigen Tag und machen uns im wieder einsetzenden Regen auf den Weg zurück ins Hotel. Unterwegs essen wir in einem kleinen Straßenlokal zu Abend und probieren dabei Francesinha, ein Art mit Käse überbackenes und mit allerlei deftigen Wurstspezialitäten gefülltes Sandwich. Panorama von Porto am nächsten Tag Kathedrale Sé Der nächste Morgen beginnt zu unserer Freude mit strahlendem Sonnenschein. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten hatten wir bereits gestern erkundet und so wollen wir den Tag nutzen um die Besichtigungsrunde von gestern noch einmal im Sonnenschein zu wiederholen. Ausblick von der Kathedrale Erster Programmpunkt wird ein erneuter Spaziergang über die Ponte Dom Luís I. Nach einer kurzen Runde entlang der Promenade Cais de Gaia am Flussufer spazieren wir die engen Gassen zwischen den Lagerhäusern der Portweinmanufakturen hinauf. Nach einem erneuten Gang über die Brücke spazieren wir zum Altstadtviertel Ribeira am Flussufer auf der anderen Seite hinab und genießen den Spaziergang durch die schmalen Gassen. Abschiedsspaziergang durch die Ribeira Der Weg führt uns schließlich zur Kathedrale Sé, die tatsächlich nun zugänglich ist. Das Innere ist zwar weit weniger prunkvoll als das Äußere vermuten ließ, trotzdem lohnt sich der Besuch. Einer der Gründe dafür ist auch der grandiose Panoramablick der sich vom Vorplatz der Kathedrale aus bietet. In einer Bäckerei am Wegesrand essen wir zu Mittag, dann wird es langsam Zeit zum Flughafen aufzubrechen. Unser Rückflug ist für den Nachmittag gebucht. Mit der Straßenbahn fahren wir zum Flughafen und wenig später sind wir bereits auf dem Weg nach Deutschland.
27.09.2015
Nicky
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Die Idee, in den Iran zu reisen reifte bereits zwei Jahre bevor wir dann tatsächlich in das Flugzeug nach Teheran stiegen. Im Sommer 2013 waren wir in der armenischen Hauptstadt Jerewan gewesen. Aufgrund der geographischen Nähe herrscht reger Verkehr zwischen Armenien und dem Iran. Wir begegneten nicht nur einer größeren Anzahl iranischer Touristen, sondern auch einigen westlichen Touristen. Viele von ihnen kamen grade aus dem Iran und schwärmten von Land und Leuten. Damals fassten wir den Plan in den Iran zu reisen und 2015 bot sich endlich die Gelegenheit. Daten von OpenStreetMap - Veröffentlicht unter ODbL Iranisches Visum Am Samstag, den 22.08.2015 geht es los. Die Flüge hatten wir schon Anfang des Jahres gebucht – ohne zu wissen, ob unsere Visumsanträge erfolgreich sein würden. Dass sie es sind erfahren wir erst wenige Tage vor dem geplanten Abflug. Von Köln aus fliegen wir am frühen Nachmittag mit der türkischen Billigairline Pegasus nach Istanbul und von dort nach einigen Stunden Aufenthalt weiter nach Teheran. Flugtickets Köln - Istanbul - Teheran Bei der Landung in den frühen Morgenstunden sind die meisten Frauen an Bord des Fliegers noch nicht verschleiert. Als sich die Türen des Flugzeugs öffnen legen dann aber alle, entsprechend den Gesetzen der islamischen Republik, eilig ein Kopftuch an. Wir hatten einige teils wenig erfreuliche Gerüchte über die Einreiseprozeduren gehört, doch ohne weitere Umstände stempelt ein sichtlich übermüdeter Beamter unsere Reisepässe. Iranische Rial Auch der Zoll interessiert sich nicht für unsere Rucksäcke. Knapp eine halbe Stunde nachdem wir den Flieger verlassen haben, stehen wir auf dem Vorplatz des Flughafens. Noch herrscht tiefschwarze Nacht und wir wollen die Zeit bis zur Morgendämmerung in einem Café am Flughafen verbringen. Verkehrschaos in der Teheraner Innenstadt Zuvor müssen wir noch Geld tauschen, denn internationale Bankkarten funktionieren aufgrund der Handelsembargos im Iran nicht. Am Bankschalter treffen wir den Spanier Artis, mit dem wir gemeinsam frühstücken. Wir verstehen uns gut und als es hell geworden ist, teilen wir uns das Taxi in die Innenstadt. Gemeinsam gehen wir dort auf Hotelsuche. In einer Seitenstraße nahe dem Bazar werden wir fündig und beziehen einen Dreibettraum. Verhaltensregeln im Hotel Wir sind alle drei hundemüde von dem nächtlichen Flug und holen erst einmal etwas Schlaf nach. Erst am frühen Nachmittag fühlen wir uns erholt genug und brechen zu einem ersten Erkundungsgang auf. Die Luft hat sich inzwischen mächtig aufgeheizt und der über der Stadt liegende Smog macht die Situation nicht besser. Spaziergang durchs Stadtzentrum Weniger als einhundert Kilometer von Teheran entfernt stellt der beinahe 6000 Meter hohe Damavand eine Art Wahrzeichen der iranischen Hauptstadt dar. Der Smog ist jedoch so dicht, dass man von dem Berg nicht einmal die Silhouette ausmachen kann. Auch der Verkehr stellt unsere Nerven auf eine harte Probe. Es gibt zwar Verkehrsschilder und Ampeln, doch de Facto fährt jeder wie es ihm beliebt. Beim Überqueren einer Straße heißt es Augen zu und durch. Dass die Fahrzeuge dennoch nicht immer halten zeigt die Verkehrsstatistik, die jährlich immerhin rund 16.000 Verkehrstote ausweist. Besonders gefährlich sind auch die Motorräder, die überall fahren, auf den Bürgersteigen sowieso und selbst in den schmalsten Bazargassen. Im Golestanpalast... Vom Hotel aus spazieren wir durch die Ausläufer des Bazarviertels und betrachten einige der modernen Moscheen, die immer wieder am Wegesrand liegen und teils noch ihrer Fertigstellung harren. Schließlich schlagen wir die Richtung des Golestanpalastes ein, dem einstigen Sitz der persischen Monarchen. ...dem ehemaligen Sitz... Am Kassenhäuschen werden wir von den für iranische Verhältnisse sehr teuren Ticketpreisen überrascht. Für die vollständige Besichtigung des Komplexes würden umgerechnet rund 20 Euro fällig. Wir wählen stattdessen Einzeltickets für die interessanteren Gebäudeteile. Neben der hübschen Parkanlage im Innenhof des Palastes besichtigen wir die prunkvollen Empfangsräume und die sogenannte Spiegelhalle. ...der persischen Monarchen Der Name ist hier Programm, die Wände sind mit einem kunstvollen Mosaik aus winzigen Spiegelstücken bedeckt. Auch die restlichen Räume mit ihrer luxuriösen Ausstattung an antiken – und teils exotischen – Möbelstücken und ihren Böden aus den berühmten persischen Fliesen ist sehenswert. Mit Artis abends auf dem Bazar Erst am späten Abend sind wir zurück in der Innenstadt. Jetzt, da sich die Temperaturen ein wenig abgekühlt haben, wird es hier so richtig lebhaft. Die meisten Geschäfte haben gar bis Mitternacht geöffnet. Nachdem wir bei einer Imbissbude Hähnchen-Kebab gegessen haben, schlendern wir noch bis weit nach Sonnenuntergang durch den Bazar und die modernen Einkaufsstraßen. Tief in der Nacht sind wir zurück im Hotel. Spaziergang durch die Peripherie am nächsten Tag Nach einem raschen Frühstück im Hotel brechen wir am nächsten Morgen zu dritt in Richtung der ehemaligen US-amerikanischen Botschaft auf. Die ist seit der berühmten Geiselnahme Anfang der 1980er Jahre verlassen und heute von anti-amerikanischen Graffitis überzogen. Baustelle des Mosallah-Komplexes Als wir dort ankommen müssen wir jedoch feststellen, dass das Gebäude in einem weitläufigen Park mit hoher Mauer liegt. Am Tor wird uns der Einlass verwehrt. Später hören wir Gerüchte, dass der Park nur noch an wenigen Tagen im Jahr überhaupt für Ausländer zugänglich sei. Enttäuscht gehen wir zur Baustelle der gigantischen Imam-Chomeini-Moschee und des Mosallah-Komplexes weiter. Nachmittags zurück... Viel mehr als das Stahlbetonskelett der Hauptgebäude steht noch nicht, aber es ist schon zu erahnen, welche Ausmaße die Anlage einst haben wird. Weiter geht es zum Busterminal Beyhaghi wo wir Tickets für den Nachtbus nach Schiras heute Abend kaufen. ...auf dem Bazar Ursprünglich wollten wir sogar noch weiter südlich bis zum Persischen Golf gefahren sein, doch dort herrschen aktuell Temperaturen von über 50°C. Artis will anders als wir noch länger in Teheran bleiben und nachdem wir gemeinsam zu Mittag gegessen haben, trennen sich unsere Wege. Wir erkunden noch ein wenig das Bazarviertel, während Artis einige Museen besuchen will. Abendessen am Busbahnhof Am frühen Abend holen wir die Rucksäcke im Hotel ab und fahren dann mit der Metro zum Busbahnhof zurück. In einem nahen Shopping-Center kaufen wir Proviant für die Busfahrt und essen in einem Schnellrestaurant zu Abend. Als wir kurz nach Sonnenuntergang in den Bus nach Schiras steigen, sind wir angenehm überrascht. Nachtbusticket Teheran - Schiras Die Reisebusse im Iran sind fast ausschließlich einheimische Lizenznachbauten von aktuellen Scania- oder Volvo-Modellen. Neben Bussen mit der gewohnten Sitzaufteilung verkehren oft sogenannte VIP Busse. Die haben nur etwa halb so viele Sitze wie üblich. Entsprechend großzügig ist das Platzangebot bemessen. Es wird eine entspannte Nachtfahrt nach Schiras, auf den Liegesesseln im Bus lässt es sich gut schlafen und das mit deutschen Standards vergleichbare Fernstraßennetz sorgt für eine ruhige Fahrt. Morgens im Bus auf der Fahrt nach Schiras Als wir von den ersten Sonnenstrahlen geweckt werden fährt der Bus grade durch eine karge Berglandschaft, der bald darauf Wüste folgt. Die Tatsache, dass wir nach beinahe 10 Stunden nächtlicher Fahrt immer noch gut 400 Kilometer vom Ziel entfernt sind, lässt uns erst die Größe des Landes erahnen. Ankunft in Schiras Am späten Vormittag halten wir endlich am Busbahnhof von Schiras. Wir frühstücken bei einer Imbissbude, dann gehen wir zu Fuß in die Innenstadt. Auf den Straßen ist kaum jemand zu sehen und auch wir sind froh, als wir endlich ein Hotel gefunden haben und im Zimmer der brütenden Hitze draußen entfliehen können. Siesta im Hotelzimmer Sobald die Temperaturen sich am Nachmittag ein wenig abgekühlt haben, brechen wir in die Stadt auf. Wir schlendern ziellos durch die immer noch größtenteils verwaisten Gassen des Bazars und erkunden auch die restliche Altstadt rings um die Karim-Khan-Zitadelle aus dem 18. Jahrhundert. Zurück auf dem Bazar Eher zufällig stoßen wir auf den Eingang der Madrasa-e Khan und gegen eine kleine Spende an den Pförtner werden wir in den Innenhof der Religionsschule gelassen. Dort befindet sich ein kleiner Garten mit Zitrusbäumen, Palmen und einem Springbrunnen. Innenhof der Madrasa-e Khan Anders als die eher schmucklose Fassade zur Straße hin, sind die Gebäude zum Innenhof hin reich mit Fliesen geschmückt. Wir genießen eine Weile die Ruhe im Innenhof, dann kehren wir zum Bazar zurück. Langsam füllen sich die Gassen mit Passanten. Bekanntschaften in der Teestube Bei einer Teestube machen wir eine Pause und werden prompt von zwei jungen Frauen angesprochen. Die beiden sind aus Teheran und verbringen ihre Ferien in Schiras. Wir posieren für einige gemeinsame Fotos und bekommen noch den Tipp, morgen früh die Nasir al-Mulk Moschee zu besuchen. In den Morgenstunden sei das Licht dort am schönsten. Nachdem wir uns verabschiedet haben, spazieren wir bis tief in die Nacht durch den Bazar und die Altstadt. Selbst als wir gegen 22 Uhr ins Hotel zurückkehren sind die Straßen noch voller Menschen. Am nächsten Morgen... Am nächsten Morgen sind wir bereits früh auf den Beinen um die kühlen Morgenstunden zu nutzen. Wie von den beiden Iranerinnen gestern empfohlen gehen wir als erstes zur Nasir al-Mulk Moschee. ...in der Nasir al-Mulk Moschee Wieder einmal erwarten uns beeindruckende Fliesen- und Stuckarbeiten. Das eigentliche Highlight ist jedoch der Gebetsraum mit seinen bunten Fenstern, durch die die Morgensonne faszinierende Muster auf den Boden der Säulenhalle malt. Von der Moschee gehen wir zum Schah Tscheragh Mausoleum weiter, dem bedeutendsten schiitischen Heiligtum der Stadt. Im Garten Bagh-e Eram Prinzipiell ist die gigantische Anlage auch für Touristen zu besichtigen; wir werden dennoch abgewiesen. Später erfahren wir, dass heute der Geburtstag von Imam Reza begangen wird, ein hoher religiöser Feiertag. Falludeh zum Mittagessen Also machen wir uns stattdessen auf den Weg zu einem der berühmten Gärten von Schiras, dem Bagh-e Eram. Auch hier müssen wir wieder Eintritt zahlen, doch der lohnt sich. Inmitten des Wüstenklimas von Schiras ist der Garten eine grüne Oase. Besonders die Granatapfelbäume mit ihren leuchtend roten Früchten sind ein hübscher Anblick. Beim Grab von Hafis Während sich die Mittagshitze der Stadt bemächtigt machen wir es uns im Schatten einiger alter Ahornbäume bequem und kühlen uns mit Falludeh ab, geeisten Reisnudeln in Fruchtsaft. Ali-ibn Hamzeh Mausoleum Nachmittags gehen wir dann zum Busbahnhof und kaufen Tickets für die Weiterfahrt nach Kerman am morgigen Tag. Vom Busbahnhof ist es nicht weit bis zum Grab des iranischen Nationaldichters Hafis, der Goethe zu seinem „West-östlichen Divan“ inspiriert hat. Sein Grabmal besteht aus einer schlichten Gedenkplatte unter einem schmucklosen Pavillon, dennoch ist der Andrang groß. Vom Hafis-Grabmal gehen wir zum Koran-Tor weiter. Das ehemalige Stadttor ist malerisch in einem kleinen Park zu Fuße einer steilen Felswand gelegen. Abends an der Karim-Khan-Zitadelle... Als die Dämmerung langsam anbricht, spazieren wir in Richtung der Innenstadt zurück. Unterwegs stoßen wir zufällig auf das Ali-ibn Hamzeh Mausoleum. ...und auf dem Bazar Trotz des religiösen Feiertags dürfen wir ins Innere. Neben einem hübschen kleinen Innenhof ist auch der über und über mit Spiegelfliesen geschmückte Grabraum ein interessantes Fotomotiv. Den restlichen Abend verbringen wir durch Bazar und Altstadt schlendernd bevor wir spät in der Nacht schließlich ins Hotel zurückkehren. Auf dem Weg nach Kerman am nächsten Morgen Schon vor Sonnenaufgang brechen wir am nächsten Tag auf. Nachdem wir den Nachtportier wachgeklingelt haben wird uns die Tür des Hotels geöffnet und wir machen uns zu Fuß auf den Weg zum Busbahnhof. Wenig später sitzen wir bereits im Bus nach Kerman. Obwohl das Straßennetz auch hier wieder in exzellentem Zustand ist, dauert die Fahrt beinahe 8 Stunden und es ist später Nachmittag als wir ankommen. Wie uns am Busbahnhof versichert wird, sei es nicht weit bis in die Innenstadt. Also verzichten wir auf ein Taxi und gehen zu Fuß los. Mit Mohammad in der Altstadt von Kerman Eine Fehlentscheidung - am Ende brauchen wir beinahe eine Stunde für den Weg. Zudem verlaufen wir uns im Gassengewirr in den Ausläufern der Altstadt. An einem Lebensmittelgeschäft fragen wir nach dem Weg, doch der Besitzer spricht kein Wort Englisch. Eingang zur... Stattdessen klingelt er bei seinem englischsprachigen Nachbarn und so lernen wir Mohammad kennen. Mohammad ist gebürtiger Iraner, hat jedoch seit Jahrzehnten einen dänischen Pass und pendelt nun zwischen beiden Ländern. Er bietet an, uns in die Innenstadt zu begleiten. Wir nehmen das Angebot an und fragen ihn auch gleich nach einem günstigen Hotel. Nach einem längeren Fußweg bleiben wir vor einer Herberge stehen, die nur auf Farsi als solche beschriftet ist und die wir selber nie gefunden hätten. ...Karawanserei i-Wekil Wie beziehen ein geräumiges Zimmer. Eigentlich wollen wir uns nun von unserem Begleiter verabschieden, doch der fragt uns stattdessen ob er uns auch noch durch die Stadt führen solle. Dankbar nehmen wir auch dieses Angebot an. Mohammad erweist sich als enthusiastischer Stadtführer, dessen Redeschwall nicht abzureißen scheint. So gelangen wir zu einem Nebeneingang des Bazars. Hamam e-Ganjali Khan... Dort befindet sich ein kleiner Platz, der zur Karawanserei i-Wekil gehört. Wir schlendern durch die Arkaden rund um den Platz und werden einem dort ansässigen Kupferschmied vorgestellt der unter anderem die riesigen Töpfe für die traditionellen Armenspeisungen herstellt. In ihnen lässt sich angeblich ein ganzes Kamel zubereiten. Angesichts der Größe des Kochgeschirrs klingt das nicht unwahrscheinlich. ...mit seinen kunstvollen Kacheln Nächste Station wird die kleine und eher unauffällige Ganjali-Khan-Moschee. Im Innenraum gibt es ein interessantes Detail: Über der Mihrab, der Gebetsnische, befindet sich ein Relief mit dem Symbol der Zoroastrier. Offenbar war die Moschee einst ein Feuertempel. Von der Moschee gehen wir zum Hauptgebäude der einstigen Karawanserei weiter. Das massive Portal ist leider geschlossen. Teehaus im ehemaligen Badehaus nebenan Grade als wir schon weitergehen wollen, öffnet auf Mohammads Klopfen hin ein Wächter das Tor und nach einer hitzigen Diskussion auf Farsi werden wir in den Innenhof gelassen. Später berichtet uns Mohammad stolz, er habe uns als Söhne des deutschen Botschafters ausgegeben. Die Karawanserei ist in eher schlechtem Zustand, wird aber grade renoviert. Spaziergang über den Bazar... Trotz der Baufälligkeit ist das Bauwerk beeindruckend in seiner Größe und der scheinbaren Leichtigkeit seiner Architektur. Nachdem wir ausgiebig alles fotografiert haben, verabschieden wir uns von dem Torwächter und gehen zum ehemaligen Hamam e-Ganjali Khan weiter, einem traditionellen Badehaus. Die Anlage ist schon lange nicht mehr in Betrieb, wurde aber kürzlich restauriert. Lebensechte Wachsfiguren verdeutlichen nun Nutzung und Zweck der einzelnen Abschnitte des Bades. ...einen der größten des Landes Besonders bemerkenswert sind die Wandfliesen, die anders als in den Moscheen figürliche Darstellungen zeigen. Als wir das Hamam verlassen haben, dirigiert uns Mohammad direkt zum nahen Eingang eines weiteren Badehauses. Das zweite Bad ist wesentlich kleiner und weniger prunkvoll als das erste. Dafür wurde es in ein öffentliches Teehaus umgewandelt. Leider ist kein Tisch frei und so kehren wir schnell zum Bazar zurück. Abends im Restaurant Wir folgen dem überdachten Hauptgang und gelangen zu einer weiteren Hauptstraße, wo wir in einen der Stadtbusse steigen und in Richtung des Hotels zurückfahren. Grade als wir uns von Mohammad verabschieden wollen, schlägt der vor noch gemeinsam essen zu gehen. Es ist inzwischen fortgeschrittener Abend, wir haben mächtigen Hunger und lassen uns gerne überreden. In einem kleinen gemütlichen Restaurant ganz in der Nähe unserer Unterkunft nehmen wir Platz. Auf Mohammads Anraten bestellen wir Khoresht-e Fesenjan (Hühnchen in Granatapfel-Walnuss-Soße), Khoresht-e Ghormeh Sabzi (Lammfleisch in Kräutersoße) und Kashk-e Bademjan (Aubergine mit Joghurt). Erst spät in der Nacht verabschieden wir uns herzlich. Morgens im Hotel Um die kühlen Morgenstunden auszunutzen sind wir am nächsten Tag schon früh auf den Beinen. Erster Programmpunkt wird ein Abstecher zum Busbahnhof, wo wir Tickets für die Weiterfahrt nach Yazd morgen Vormittag buchen. Zurück in der Innenstadt schlendern wir erneut über den Bazar, der jedoch nahezu menschenleer ist. An der Freitagsmoschee Es ist Freitag und die meisten Geschäfte bleiben heute geschlossen. Auch an der Freitagsmoschee ist wenig los und wir können uns in Ruhe umsehen. Als die Mittagshitze einsetzt kehren wir ins Hotel zurück und verlassen unser Zimmer erst am frühen Abend wieder. Ganz in der Nähe unserer Unterkunft wollen wir ein sogenanntes Eishaus besichtigen. Während es im Sommer in Kerman sehr heiß wird, fallen die Temperaturen im Winter deutlich unter null. Freitags ziemlich leer - der Bazar Während des Winters wurden früher also Eisblöcke hergestellt und in speziell isolierten Eishäusern eingelagert. Dank der ausgefeilten Technik hatte man auf diese Weise bis weit in den Sommer Eis zur Verfügung. Die Form der Eishäuser ähnelt einem Ei, dessen eine Hälfte unterirdisch liegt. Abends am Eishaus Der oberirdische Teil hat eine doppelte Außenhülle zur besseren Isolierung. Zudem ist das Eishaus von hohen Mauern umgeben, die Schatten spenden. Sogenannte Windtürme, die Wind in den Bereich zwischen die Außenhülle des Eishauses und die umgeben Mauer lenkten, sorgten für zusätzliche Kühlung. Die Windtürme sind hohe Türme, deren Inneres auf der vollen Höhe in Kammern aufgeteilt ist. Unterwegs mit Ali Den oberen Abschluss bildet eine Art Lüftungsgitter. Egal aus welcher Richtung der Wind bläst wird er in einer der Kammern des Windturms „gefangen“ und von der Spitze des Turms zum Auslass am Fuß geleitet. Grade als wir vom Eishaus weitergehen wollen, werden wir auf Deutsch angesprochen. Freitagsmoschee bei Nacht Es ist Ali, der zwar noch nie in Deutschland war aber mit Hilfe der Radiosendungen der Deutschen Welle die Sprache gelernt hat. Er ist sichtlich erfreut, seine Deutschkenntnisse an uns erproben zu können und bietet an, uns ein wenig durch die Stadt zu führen. Die Temperaturen sind inzwischen etwas abgekühlt und wir haben keine Lust, den Abend im Hotel zu verbringen. Leider geschlossen - Der Feuertempel Also willigen wir ein. Erneut schlendern wir über den Bazar, der sich trotz des Freitags mit Menschen gefüllt hat. Von Ali erfahren wir, dass es sogar einen aktiven Feuertempel in Kerman gebe. Obwohl ihre Religion wesentlich älter als der Islam ist, hat eine signifikante Minderheit von Zoroastriern ihren Glauben über die Wirren der Zeit gerettet. Ihre wichtigsten Zentren im Iran sind heute Kerman und Yazd. Leider ist der Feuertempel schon geschlossen und so machen wir uns auf den Rückweg zum Hotel, wo Ali uns verlässt. Im Bus nach Yazd am nächsten Tag Am nächsten Tag schlafen wir zur Abwechslung einmal lange und fahren dann mit dem Taxi zum Busbahnhof. Dort erfahren wir, dass unser Bus eine Panne hat und wir den nächsten Bus zwei Stunden später nehmen müssen. Unser Hotel Wir bekommen ein neues Ticket ausgehändigt und machen es uns auf einer der Wartebänke bequem. Die Anzahl der Wartenden an unserem Bussteig wird immer größer, wir sind nicht die einzigen, die auf den späteren Bus umgebucht wurden. So lernen wir Gerd und Pére kennen. Gerd ist Lehrer aus Süddeutschland und hat ein Sabbatjahr genommen; Peré ist ein Informatiker aus Barcelona. Mit Gerd und Pére in der Freitagsmoschee... Beide werden im selben Bus wie wir nach Yazd fahren. Mit einiger Verspätung fährt der dann auch tatsächlich vor. Im Bus setzen wir uns nebeneinander und die sechsstündige Fahrt vergeht im angeregten Gespräch beinahe wie im Flug. ...mit ihrer prunkvollen Innenausstattung... Am späten Nachmittag erreichen wir unser Ziel und teilen uns vom Busbahnhof aus ein Taxi in die Innenstadt von Yazd. Gemeinsam gehen wir auf die Suche nach einem Hotel, das in Gerds Reiseführer empfohlen worden war. Als wir das Hotel gefunden haben sind wir sofort begeistert. Die Zimmer der ehemaligen Karawanserei sind frisch renoviert und liegen auf zwei Etagen um einen hübsch begrünten Innenhof. ...und farbenprächtigen Kacheln Wir beziehen separate Zimmer und verabreden uns nach einer kleinen Pause für einen ersten Erkundungsgang durch die Altstadt. Erste Station wird die Freitagsmoschee, die in unmittelbarer Nähe des Hotels liegt. Amir Chakmak-Moschee Obwohl wir inzwischen schon einige Moscheen gesehen haben, haben die kunstvollen Fliesenmuster nicht an Faszination verloren. Neben der prunkvollen Dekoration der Moschee ist es aber auch die filigrane Architektur mit den außergewöhnlich hohen Minaretten, die uns in diesem Fall beeindruckt. Gegen ein kleines Trinkgeld öffnet uns einer der Wächter der Moschee sogar die eigentlich nicht zugänglichen Seitentrakte des Gebäudes. Gerüst für Aschura-Prozessionen Dort befinden sich weitläufige Säulenhallen, die während der kalten Winter als Gebetsraum dienen. Nachdem wir die Freitagsmoschee wieder verlassen haben, gehen wir zur Amir Chakmak-Moschee weiter. Abends unterwegs zum Essen... Das Gebäude mit seinen hoch aufragenden Minaretten beherbergte einst sogar eine Karawanserei, ein Bad und einen Bazar. Heute ist die Anlage gemeinsam mit dem gleichnamigen Platz ein Wahrzeichen von Yazd. Bemerkenswert ist auch das große hölzerne Gestell am Rande des Platzes. Diese Gerüste werden für Aschura-Prozessionen im islamischen Trauermonat mit Blumen und Stoffen geschmückt und dann durch die Straßen getragen. ...mit unseren Reisebekannstschaften Während langsam die Dämmerung anbricht, gehen wir zu viert zum noblen Hotel Laleh weiter. Gerd hatte in Kerman das italienische Ehepaar Caroline und Alessandro kennengelernt. Die beiden waren einen Tag vor ihm nach Yazd abgereist. Auf dem Rückweg ins Hotel Für den heutigen Abend hatten sich die drei im Restaurant dieses Hotels zum Essen verabredet. Peré und wir beide werden eingeladen uns anzuschließen und kommen der Einladung gerne nach. Es wird ein vergnüglicher Abend und wir probieren uns durch die verschiedenen einheimischen Gerichte auf der Karte. Erst spät in der Nacht sind wir in unserem eigenen Hotel zurück. Mit Caroline und Alessandro haben wir uns für den morgigen Abend erneut verabredet. Frühstück auf der Dachterrasse des Hotels Am nächsten Morgen schlafen wir lange und gehen erst am späten Vormittag zum Frühstücksraum auf der Dachterrasse des Hotels. Dort treffen wir Gerd und Peré. Nach dem Frühstück brechen wir zur einer ausgiebigen Besichtigung von Yazd auf. In der Altstadt Viele der verwinkelten Gassen der Altstadt sind auch heute noch von Lehmbauten gesäumt und wir verbringen den ganzen Vormittag mit der Besichtigung des historischen Viertels. Neben den pittoresken Sträßchen erkunden wir auch das Roknedin Mausoleum sowie das sogenannte Gefängnis von Alexander. Der Legende nach soll in dieser ehemaligen Zisterne Alexander der Große kurzfristig gefangen gehalten worden sein. Schrein im Roknedin Mausoleum Historische Belege dafür gibt es jedoch nicht. Dafür ist in dem kühlen Kuppelbau heute eine Teestube eingerichtet, in der wir der Mittagshitze eine Weile entfliehen. Nächster Programmpunkt wird die Patisserie Haj Khalifeh Rahbar. Patisserie Haj Khalifeh Rahbar Sie soll angeblich die berühmteste Zuckerbäckerei des Landes sein. Wir betrachten die Auslagen eine Weile und kaufen am Ende eine Probierbox. Deren süßen und klebrigen Inhalt genehmigen wir uns im Innenhof unseres Hotels bei einer Kanne Tee. Schließlich kühlen die Temperaturen am Nachmittag etwas ab und wir brechen wieder auf. Unsere Probierbox Mit dem Taxi fahren wir zum größten aktiven zoroastrischen Feuertempel des Landes, der in den 1930er Jahren mit Spendengeldern errichtet wurde. Hinter einer Glaswand steht im Zentrum des Baus eine Feuerschale mit einigen brennenden Holzscheiten. Zoroastrischer Feuertempel... Die Flammen werden angeblich seit mehr als 1600 Jahren am Leben gehalten, was dem Tempel zu einem der zentralen zoroastrischen Heiligtümer macht. Von dem Tempel aus fahren wir zum Garten Dolat Abad weiter. Neben der Grünanlage selber ist vor allem der kleinen Sommerpalast in der Mitte des Parks berühmt. Der Windturm des Palastes gilt angeblich als der höchste aus Lehm errichtete Windturm weltweit. ...und die 1600 Jahre alte Flamme Fraglos ist er ein beeindruckender Anblick. Kurz vor Anbruch der Abenddämmerung winken wir vor dem Eingang von Dolat Abad ein weiteres Taxi heran und lassen uns zu den sogenannten Türmen des Schweigens am Stadtrand fahren. Am Fuß zweier Hügel befindet sich eine kleine verlassene Siedlung. Gartenpalast Dolat Abad Auf den Hügeln erhebt sich jeweils ein flacher, runder, oben offener Turm. In diesen Türmen legten die Zoroastrier noch bis in die 1960er Jahre ihre Toten ab, damit sie von den Geiern gefressen wurden. Auf diese Weise wurde im zoroastrischen Glauben der Boden durch die Toten nicht verunreinigt. Bei den Türmen des Schweigens... Heute ist dieser Brauch aus hygienischen Gründen im Iran verboten, wird aber von zoroastrischen Gemeinden in Indien weiter praktiziert. Die Türme selber sind im Inneren schmucklos und lohnen den Besuch kaum. Allerdings hat man von hier einen tollen Blick auf den tiefroten Sonnenuntergang. ...zum Sonnenuntergang Erst nach Anbruch der Nacht machen wir uns auf den Rückweg zu unserem Hotel. Wir kommen grade rechtzeitig an, denn heute Abend sind wir dort mit Caroline und Alessandro zum Essen verabredet. Wir ordern wieder diverse Gerichte der persischen Küche und probieren sogar Kamelfleisch. Erst tief in der Nacht trennen wir uns. Die beiden Italiener werden morgen nach Isfahan weiterreisen, während wir vier noch einen Tag länger in Yazd bleiben wollen. Peré und Gerd werden dann in entgegengesetzter Richtung weiterreisen, aber wir beide verabreden uns für übermorgen in Isfahan erneut mit Alessandro und Caroline. Im Wüstendorf Kharanq am nächsten Morgen... Für den nächsten Tag haben wir uns ein Auto mit Fahrer gemietet und brechen nach dem Frühstück zu viert zu einer Rundfahrt auf. Erster Programmpunkt wird Kharanaq, ein Wüstendorf am Rande eines Gebirgszuges. ...hoch über den Dächern der Lehmhäuser Bis vor rund dreißig Jahren lebten die Menschen hier noch in traditionellen Lehmhäusern. In den 1970er Jahren baute der iranische Staat dann eine neue Stadt am Rande der alten Siedlung. Heute ist das alte Dorf eine Geisterstadt und erst in jüngster Vergangenheit wurden Anstrengungen unternommen, die Lehmbauten vor dem endgültigen Verfall zu retten. Blick vom zoroastrischen Heiligtum Chak Chak... Trotzdem ist der Großteil der Gebäude in schlechtem Zustand. Während unser Fahrer im Schatten eines Baumes wartet, klettern wir durch die Ruinen und bewundern die immer neuen Ausblicke auf die Landschaft und über die Dächer der Lehmhäuser. ...und Blick ins Innere Schließlich haben wir uns satt gesehen und fahren weiter nach Chak Chak. Die kleine Oase ist eines der wichtigsten Heiligtümer der Zoroastrier. Am Rande der Wüste erhebt sich ein Bergmassiv, das sich an einer Stelle zu einem schmalen Tal öffnet. An die Seitenwände des Tals klammern sich einige Häuser. Lehmfestung Narin Ghaleh in Meybod... Wie unser Fahrer erklärt werden diese nur während der wenigen Tagen im Jahr bewohnt, in denen die Zoroastrier hierhin pilgern. Hoch über den Hausdächern entdecken wir eine Stelle mit einem kleinen Grünfleck, der das eigentliche Heiligtum markiert. ...angeblich 7000 Jahre alt! In einer Art Schlucht befindet sich dort ein Wasserbassin rings um das mehrere mächtige Bäume wachsen. Die Quelle befindet sich weiter oben und das Wasser tropft von der Felsdecke langsam in das Bassin. Dabei ist das charakteristische „Chak Chak“ zu hören, das dem Ort seinen Namen gab. Neben dem Wasserbassin ist eine kleine Höhle in den Fels geschlagen. Kuppel des ehemaligen Eishauses Im Inneren steht eine Feuerschale, in der ein Ableger des heiligen Feuers in Yazd brennt. Obwohl der Ort abgesehen von der umgebenen Landschaft nicht sonderlich spektakulär ist, herrscht eine besondere Atmosphäre, die schwer in Worte zu fassen ist. Karawanserei ye-Abbasi Wir verweilen einige Zeit bevor wir wieder zu unserem wartenden Fahrer hinabsteigen. Während die Hitze immer weiter zunimmt, fahren wir in die Wüstenstadt Meybod weiter. Einst ein wichtiger Handelsort auf der Route der Seidenstraße, gibt es hier gleich mehrere Sehenswürdigkeiten. Wir beginnen mit der ehemaligen, vollständig aus Lehmziegeln errichteten Festung der Stadt, der Narin Ghaleh. Zisterne der Karawanserei Gut lassen sich die verschiedenen Bauphasen anhand der Größe der Lehmziegel unterscheiden. Die unterste Schicht mit den größten Ziegeln soll gar 7000 Jahre alt sein. Nächster Halt wird ein weiteres Eishaus, das jenes in Kerman an Größe jedoch weit übertrifft. Taubenturm in Meybod... Direkt gegenüber dem Eishaus befindet sich die Karawanserei ye-Abbasi, in deren ehemaligen Gästezimmern heute Kunsthandwerkbetriebe untergebracht sind. Nachdem wir die Herstellung eines Kelim-Teppichs demonstriert bekommen haben, legen wir eine kurze Pause in der kühlen Zisterne in der Mitte des Karawanserei-Innenhofes ein. ...in jeder der Höhlen nistete einst eine Taube Durch die jahrtausendealten Kanäle in den Bergen am Rande der Stadt fließt das Wasser bis heute hierhin – eine bemerkenswerte Ingenieursleistung. Wir essen in einer Imbissbude zu Mittag, dann steuern wir das letzte Ziel des heutigen Ausflugs an, einen Taubenturm am Rande von Meybod. Ausblick beim Abendessen im Hotel Tauben waren in der Vergangenheit von größter Bedeutung als Fleischlieferanten, Brieftauben und nicht zuletzt zur Gewinnung von Guano. Aus diesem Grund verfügten alle größeren Städte über sogenannte Taubentürme, in denen Hunderte oder gar Tausende Vögel nisten konnten. Der Taubenturm den wir nun besichtigen bot Platz für 3000 Tiere und ist ein beeindruckender Anblick. Abends in einer ehemaligen Zisterne... Trotzdem sind wir froh, dass heute nur vereinzelte Nistpaare hier leben; der Gestank und Lärm zu Hochzeiten des Turms hat mit Sicherheit nichts Anziehendes gehabt. Am frühen Abend sind wir in Yazd zurück und gehen ins Hotel. Nach einer kurzen Pause im Zimmer treffen wir uns auf der Dachterrasse und essen noch einmal gemeinsam zu Abend. ...wo heute eine Zurkhaneh eingerichtet ist... Anschließend verabschieden wir uns von Gerd, der nun in den Nordiran weiterreisen wird. Peré wird noch eine Nacht länger bleiben während wir gegen Mitternacht in einen Nachtbus nach Isfahan steigen wollen. Nachdem wir Gerd verabschiedet haben, gehen wir gemeinsam mit Peré zur ehemaligen Hauptzisterne von Yazd. ...dort gibt es traditionelle Sportübungen... Wasser gibt es hier keines mehr, dafür ist hier eine Zurkhaneh eingerichtet, eine Art Sportarena. Allabendlich kann man für ein kleines Eintrittsgeld den traditionellen Sportübungen (Pahlavani) beiwohnen. Ein älterer Mann schlägt wie wild auf eine Trommel ein und brüllt in ein Mikrophon. ...zu lautem Gesang und Getrommel Zu dem Krach müht sich ein halbes Dutzend Männer an allerlei exotischem Sportgerät ab. Schwere Metallbögen und überdimensionalen Gewichte gehören zu den Trainingsutensilien. Die Vorstellung hat etwas Anachronistisches und es ist schwer den Blick von dem Schauspiel zu lösen. Spät in der Nacht sind wir am Hotel zurück, verabschieden uns von Peré und holen unsere Rucksäcke ab. Mit dem Taxi fahren wir zum Busbahnhof und wenig später können wir in den Reisebus nach Isfahan steigen. Frühmorgens am Meidan-e Emam Die Fahrt ist wesentlich kürzer als wir erwartet hatten und so erreichen wir noch vor Sonnenaufgang Isfahan. Von einem Taxi lassen wir uns vom außerhalb gelegenen Busbahnhof zum zentralen Meidan-e Emam kutschieren. Kakh Inn - Unsere Unterkunft Die Suche nach einem Hotel ist zu dieser frühen Stunde müßig. Stattdessen wollen wir die verbleibende Zeit bis zum Tagesanbruch dort auf einer Bank sitzend abwarten. Das Warten lohnt sich und wir werden mit einigen hübschen Bildern von der Morgendämmerung über diesem wohl berühmtesten Platz des gesamten Iran belohnt. Si-o-se Pol, eine der Brücken... Als die Sonne schließlich aufgegangen ist, brechen wir auf und finden ganz in der Nähe ein günstiges Gästehaus. Nach einer kurzen Pause gehen wir von unserer Unterkunft zum Fluss Zayandeh Rud. Der ist jetzt im Spätsommer leider ausgetrocknet und weit weniger eindrucksvoll als im Reiseführer beschrieben. Umso eindrucksvoller sind die drei historischen Brücken, die ihn überspannen. ...über den ausgetrockneten Zayandeh Rud Alle drei bestechen durch ihre verspielte Architektur, wobei die Brücke Pol-e Chadschu neben der Brücke Si-o-se Pol zu Recht als die prachtvollste gilt. Am späten Vormittag sind wir zurück in unserem Zimmer und halten während der drückenden Mittagshitze ein wohlverdientes Nickerchen. Pol-e Chadschu Am Nachmittag gehen wir dann in Richtung des Bazars los. Unterwegs werden wir von dem Studenten Ramin angesprochen, der als Dolmetscher arbeitet und seine Englischkenntnisse erproben möchte. Er begleitet uns den restlichen Tag durch die verwinkelten Gassen des Bazars. Obwohl Isfahan mit Sicherheit die touristischste Stadt des Iran ist, hat der Bazar sich seinen Charme bewahrt. Nachmittags auf dem Bazar Nach einiger Zeit in den schmalen Gassen gelangen wir zum versteckten Eingang der Freitagsmoschee und Ramin bietet an, uns das Innere zu zeigen. Die Moschee ist mit mindestens 1200 Jahren ein gutes Stück älter als die meisten anderen Moscheen die wir bisher gesehen haben. Mit Ramin in der Freitagsmoschee... Statt der sonst gebräuchlichen Fliesenmuster erregen vor allem die Stuckarbeiten unsere Aufmerksamkeit, beispielsweise am Mihrab, der Gebetsnische. Leider fällt unsere Besichtigungsrunde eher kurz aus, da die Öffnungszeiten enden. Ramin begleitet uns noch zurück zum Bazar und bis zum Eingang des Restaurants Shahrzad, wo wir mit Caroline und Alessandro verabredet sind. ...die weniger durch reiche Ausstattung... Kurz nachdem wir uns von unserem iranischen Begleiter verabschiedet haben, tauchen die beiden Italiener auf. Gespannt betreten wir das Restaurant, das als das nobelste und beste von ganz Isfahan gilt. Das prunkvolle Interieur und die schiere Anzahl uniformierter Kellner bestätigen diese Attribute. ...als durch ihr Alter beeindruckt In unserer abgenutzten Reisegarderobe kommen wir uns ein wenig schäbig vor. Das köstliche Essen tröstet uns jedoch schnell darüber hinweg. Lange bleiben wir trotzdem nicht, denn wir sind alle ziemlich erschöpft. Stattdessen verabreden wir uns für den nächsten Abend um noch ein letztes Mal gemeinsam essen zu gehen. Auf dem Rückweg zur Unterkunft spazieren wir trotz unserer Müdigkeit erneut beim Meidan-e Emam vorbei um ein paar Nachtbilder zu machen. Abends am Meidan-e Emam Die ausgedehnten Wiesen rings um den Brunnen im Zentrum des großen Platzes sind heiß begehrte Picknickplätze für die Einheimischen und auf dem gemauerten Rand des Brunnens sitzend genießen wir die Atmosphäre. Bald gesellen sich zwei junge Männer zu uns und wollen alles über unsere Reise erfahren. Blick auf die Lotfollah-Moschee Während wir uns unterhalten kommen weitere Familienmitglieder hinzu und wenig später sind wir von einer ganzen Großfamilie umringt. Die Kommunikation ist etwas schleppend, da nur die zwei jüngsten Söhne Englisch zu sprechen scheinen und die beiden für die restliche Familie übersetzen müssen. Trotzdem ist die Begegnung ein schöner Abschluss des Tages. Tief in der Nacht sind wir endlich in unserem Zimmer zurück und fallen müde auf die Betten. Morgens Im christlichen Stadtteil Dschulfa Nachdem wir lange ausgeschlafen haben brechen wir am nächsten Tag ins Stadtviertel Dschulfa auf. Hier lebt traditionell die armenisch-christliche Minderheit in Isfahan. Berühmt ist besonders die Vank-Kathedrale aus dem 17. Jahrhundert. Vank-Kathedrale mit Glockenturm Unterwegs frühstücken wir in einer traditionellen Suppenküche, wo uns ein Linsengericht serviert wird. Dschulfa entpuppt sich dann als erstaunlich modernes Stadtviertel. Die Kathedrale suchen wir zunächst vergeblich. Nur zufällig entdecken wir die schmucklose Rundkuppel, die sich lediglich durch das kleine Kreuz auf dem Dach von den allgegenwärtigen Moscheen unterscheidet. Bildgewaltige Wandgemälde... Das Innere der Kirche hingegen ist so gar nicht schmucklos, kein Zentimeter der Wände ist ohne Bemalung. Ganze Bibelgeschichten schmücken bildgewaltig die Innenwände der Kathedrale. ...im Inneren der Kathedrale Einst Bestandteil eines Klosterkomplexes befinden sich innerhalb der alten Klostermauern auch ein Glockenturm, eine Bibliothek und ein kleiner Friedhof. Erst am frühen Nachmittag verlassen wir Dschulfa wieder und wandern ein wenig durch die Außenbezirke von Isfahan. Einen im Reiseführer beschrieben Taubenturm suchen wir vergeblich. Märtyrerfriedhof in der Peripherie der Stadt Dafür stoßen wir auf einen ausgedehnten Märtyrerfriedhof auf dem Opfer des Irakkrieges in den 1980er Jahren begraben liegen. Schließlich drehen wir um und gehen zum Meidan-e Emam zurück. Front der Lotfollah-Moschee... Zum Ensemble des rechteckigen Platzes gehören nicht nur die mit Geschäften belegten Arkaden, der Haupteingang zum Bazar und der ehemalige Palast des Schahs. Auch die Scheich-Lotfollah-Moschee und die Große Moschee grenzen an den Platz. Obwohl die Uhrzeit schon fortgeschritten ist, wollen wir heute zumindest noch die Lotfollah-Moschee besichtigen. ...Eingang... Deren Fliesenmuster sollen im Licht der Nachmittagssonne besonders beeindruckend aussehen. Hinter dem Eingang erwartet uns zunächst ein schummriger Gang, dessen über und über mit bunten Fliesenornamenten bedeckten Wände bereits einen Vorgeschmack auf den eigentlichen Innenraum geben. ...und prachtvoller Innenraum Der ist zwar vollständig unmöbliert, aber grade das lässt die kunstvollen Fliesenmuster in der hohen Kuppel noch deutlicher hervortreten. Wir nehmen auf dem kühlen Boden Platz und beobachten eine ganze Weile das Lichtspiel der Sonnenstrahlen, die durch die filigran gearbeiteten Fensteröffnungen fallen. Ein weiterer Abend am Meidan-e Emam Schließlich wird es Zeit aufzubrechen um Caroline und Alessandro zu treffen. Diesmal sind wir mit den beiden am Brunnen auf dem Meidan-e Emam verabredet. Nach kurzer Restaurant-Suche entscheiden wir uns für ein traditionelles Lokal, von dessen Dachterrasse man einen tollen Ausblick auf die Kuppel der Lotfollah-Moschee hat. Es wird ein langer Abend bei gutem Essen. Für die beiden ist es der vorletzte Tag ihrer Reise und so lassen wir unsere Erlebnisse im Iran noch einmal Revue passieren. Erst tief in der Nacht verabschieden wir uns und gehen in unsere Unterkunft zurück. Palast Hascht-Behescht am nächsten Tag Am nächsten Morgen stehen wir schon früh auf, checken aus und deponieren das Gepäck an der Rezeption. Nach dem Frühstück in einer Suppenküche beim Bazar gehen wir zum Hascht-Behescht-Palast, einer ehemaligen Sommerresidenz mit einem kleinen Park. Innenhof des Nobelhotels Abbasi... Der Park gefällt uns so gut, dass wir eine ganze Weile am Rande eines Brunnens Platz nehmen und den Blick auf das kleine Schlösschen genießen. Ins Innere können wir leider nicht und so gehen wir stattdessen in Richtung des Hotels Abbasi weiter, dem angeblich besten Hotel des gesamten Landes. Das Hotel war einst eine Karawanserei, so dass es vier Längsgebäude gibt, die um einen großen, quadratischen Innenhof errichtet sind. ...wo wir uns Safraneis schmecken lassen Der Hof mit einem hübschen kleinen Garten und einer Teestube ist auch der Öffentlichkeit zugänglich. Gestern Abend hatte uns Caroline berichtet, dass das Safraneis hier fantastisch sei. Kurzerhand bestellen wir zwei Portionen. In der Großen Moschee Das Eis schmeckt tatsächlich exzellent und auch der ruhige Innenhof mit den gemütlichen Cafehausstühlen gefällt uns gut. Es ist später Nachmittag als wir das Hotel wieder verlassen. Die letzte Sehenswürdigkeit, die wir uns vor der Abreise aus Isfahan noch anschauen wollen ist die Große Moschee am Meidan-e Emam. Innenraum... Obwohl wir schon so viele Moscheen im Iran gesehen haben, hat auch diese ihre kleinen Besonderheiten. Wieder einmal ist es die besonders prunkvolle Fliesenverkleidung der verschiedenen Gebäudeteile, die uns begeistert. ...und Kuppel Unser Rundgang wird viel zu früh durch den Ablauf der öffentlichen Besuchszeiten beendet. Während Helfer den geräumigen Innenhof für das morgige Freitagsgebet herrichten, gehen wir wieder auf den Meidan-e Emam hinaus. Vor der Moschee nehmen wir auf einer niedrigen Mauer Platz und wollen eigentlich das Panorama des Platzes genießen. Abschied von Isfahan im Restaurant Lange sind wir jedoch nicht allein und bald sitzen der Medizinstudent Vahid und sein jüngerer Bruder neben uns. Es wird eine kurzweilige Unterhaltung während der wir die üblichen Fragen über uns beantworten und stolz von den Besonderheiten der Isfahanis berichtet bekommen. Als die Abenddämmerung anbricht verabschieden sich die beiden und wir machen uns auf den Weg zu dem gleichen Restaurant, in dem wir gestern zu Abend gegessen hatten. Heute lassen wir uns mit gefüllten Weinblättern und Auberginen wieder einige Köstlichkeiten der persischen Küche schmecken. Schließlich gehen wir zu unserem Hotel zurück und holen das Gepäck ab. Mit dem Taxi fahren wir zum Busbahnhof, wo nach kurzer Wartezeit der Bus nach Teheran abfährt. Bahnticket für die Fahrt am nächsten Morgen Die Fahrt ist ruhig und wir bekommen beide etwas Schlaf bevor wir in der Morgendämmerung in der iranischen Hauptstadt ankommen. Mit der Metro fahren wir in die Außenbezirke der Stadt und steigen dort für die letzten Kilometer zum Hauptbahnhof in ein Taxi. Bis zur Abfahrt unseres Zuges in die Provinzhauptstadt Sari am Kaspischen Meer dauert es noch eine Weile. Wir nutzen die Zeit um bei einem Imbiss zu frühstücken. In der Transiranischen Eisenbahn Endlich wird unser Zug an der Abfahrtstafel angezeigt und nachdem unsere Papiere von mehreren Bahnhofspolizisten gründlich kontrolliert worden sind werden wir zum Bahnsteig durchgelassen. Im Zug nehmen wir in einem Abteilwagen älterer Bauart Platz. Ein Ehepaar mit zwei Söhnen reist im gleichen Abteil wie wir. Kurze Zeit später geht die Fahrt los. Der Beginn ist eher unspektakulär. Beginn des Streckenabschnitts im Elburs-Gebirge Nachdem wir die Ausläufer von Teheran hinter uns gelassen haben, fahren wir durch monotone Steppe und Halbwüste. Schließlich erreichen wir den Fuß des Elburs-Gebirges. Eben wegen des Streckenabschnitts durch die Berge gilt dieser Teil der Transiransiche Eisenbahn als atemberaubende Panoramastrecke. Wir werden nicht enttäuscht. Zunehmend grüne Landschaft... Durch schmale Schluchten, unzählige Tunnel und Über abenteuerliche Serpentinen und Brücken windet sich unser Zug durch die immer steiler aufragenden Berge. Schön ist auch das Farbspiel vor dem Fenster. Während die Landschaft kurz hinter Teheran trocken und trostlos war, wächst am Wegesrand immer mehr Grün, je näher wir dem Kaspischen Meer kommen. ...je näher wir dem Kaspischen Meer kommen Auch die Familie in unserem Zugabteil taut immer mehr auf je länger die Fahrt dauert. Die Eltern sprechen leider kein Englisch. Der ältere Sohn hat jedoch gute Sprachkenntnisse und bald beantworten wir wieder die üblichen Fragen über uns und unsere Reise. Völlig selbstverständlich werden wir am Mittagessen mit Brot, Käse und Obst beteiligt. Die Söhne unserer Gastgeber zeigen uns Sari Nachdem wir erwähnt haben, dass Sari unser heutiges Tagesziel ist, werden wir eingeladen bei ihnen zu übernachten. Den iranischen Höflichkeitsregeln entsprechend lehnen wir das Angebot zunächst zweimal ab. Als die Einladung ein drittes Mal wiederholt wird, können wir sicher sein, dass sie ernst gemeint ist. Erfreut nehmen wir an. Uhrturm von Sari Am späten Nachmittag kommen wir nach beinahe achtstündiger Fahrt am Ziel an. Die Temperaturen sind hier unmittelbar an der Küste des Kaspischen Meeres deutlich kühler als im Landesinneren. Dafür ist die hohe Luftfeuchtigkeit nach der staubtrockenen Luft auf unserer bisherigen Reise schier unerträglich. Mit zwei Taxis fahren wir gemeinsam mit unseren Gastgebern zu ihrer Wohnung. Direkt vor der Haustür steht ein Polizeifahrzeug. Die beiden Mausoleen von Außen... In Anbetracht der Tatsache, dass private Übernachtungen im Iran offiziell unerwünscht sind, beschleicht uns ein mulmiges Gefühl. Wir werden jedoch beruhigt. Der Bruder unseres Gastgebers, der in einer Wohnung im gleichen Haus lebt, sei der Besitzer des Fahrzeugs. ...und von Innen Gemeinsam mit dem älteren Sohn gehen wir die Treppe zur Wohnung in der ersten Etage hoch. Dort werden uns ein Platz auf dem Sofa und ein kaltes Getränk angeboten. Nachdem wir mit unseren Gastgebern auch noch das traditionelle Glas Tee getrunken haben, bietet man an uns die Stadt zu zeigen. Wir willigen gerne ein und wenig später sitzen wir mit den beiden Söhnen im Auto und fahren in Richtung Stadtzentrum. Viele Sehenswürdigkeiten hat Sari nicht. Das alte Stadtzentrum liegt rings um einen großen Kreisverkehr, in dessen Mitte ein charakteristischer Uhrturm steht. Auf dem heute geschlossenen Bazar Die meisten der Geschäfte auf dem umliegenden Bazar haben wegen des Freitags heute geschlossen und so erweckt der Markt einen eher trostlosen Eindruck. Die beiden historischen Schreine am Rande des Bazars sind hingegen gut besucht. Wer in den beiden turmförmigen Bauwerken aus Ziegelsteinen begraben liegt verstehen wir nicht, die Verehrung scheint jedoch groß zu sein. Der Park der Nationen Von den Türmen aus gehen wir zum Auto zurück und fahren zum sogenannten Park der Nationen. Der wurde offenbar kürzlich erst eingeweiht. Am Rande des Flusses Tajan reihen sich Dutzende Fahnenmasten aneinander, jede Nationalflagge der Welt soll hier vertreten sein. Dafür ist der Fluss beinahe komplett trocken gefallen. Angeblich das Ergebnis einer verfehlten Agrarpolitik, die für immer größeren Wassermangel im ganzen Land sorge. Als wir in die Wohnung zurückkommen, sind die Vorbereitungen für ein ausgiebiges Festmahl schon im vollen Gange. Festessen bei unseren Gastgebern... Um nicht nutzlos rumzustehen duschen wir in der Zwischenzeit. Als wir uns beide gewaschen haben, sind auch Onkel, Tanten, Cousins und Neffen unserer Gastgeber eingetroffen und das Essen ist angerichtet – wie traditionell üblich auf dem Fußboden. Wir werden noch ausgiebig allen Familienmitgliedern vorgestellt, dann dürfen wir zulangen. ...Und ein Erinnerungsfoto Es gibt Salat, frisches Brot, eingelegten Knoblauch, Reis, Kebab-Spieße und einen köstlichen Eintopf. Nach dem Essen werden wir wieder mit zahlreichen Fragen bombardiert. Die Konversation verläuft jedoch eher schleppend, außer den Söhnen unserer Gastgeber spricht niemand Englisch. Zum Abschluss werden wir gebeten, Fotos mit allen Anwesenden zu machen. Eine Bitte, der wir gerne nachkommen. Spät in der Nacht sind alle Gäste gegangen und für uns werden Matten im Wohnzimmer ausgelegt. Nach dem langen Tag sinken wir dankbar in den Schlaf. Im Bus nach Rascht am nächsten Tag Am nächsten Morgens stehen wir schon früh wieder auf. Uns wird ein kleines Frühstück serviert, dann fährt der ältere Sohn uns zum Busbahnhof. Dort können wir wenig später in den Bus nach Rascht steigen. Blick aufs Kaspische Meer Die Fahrt dauert weit länger als wir erwartet hatten, führt uns dafür aber auf einer gut ausgebauten Schnellstraße direkt am malerischen Ufer des Kaspischen Meeres vorbei. Es ist bereits später Nachmittag als wir endlich in Rascht ankommen. Das Wetter empfinden wir hier sogar als anstrengender als in Sari. Sowohl Temperaturen als auch Luftfeuchtigkeit sind noch einmal etwas höher. Ankunft in Rascht Auf der Suche nach einem Hotel werden wir von Omid angesprochen, der sich als Englischlehrer vorstellt und uns nach ein wenig Smalltalk zu einem unauffälligen Hotel direkt am Bazar führt. Die Zimmer sind leidlich sauber und spottbillig. Spaziergang über den Bazar Wir entscheiden zu bleiben. Omid erzählt, dass dies grade seine Mittagspause sei, er aber später gerne mit uns gemeinsam essen gehen würde. Wir verabreden uns für den Abend am Hotel und verabschieden uns. Nach einer kurzen Pause im Zimmer gehen wir in die Stadt, schlendern über den gut besuchten Bazar und erkunden die kleine Fußgängerzone in der Neustadt. Zur verabredeten Zeit sind wir am Hotel zurück und tatsächlich taucht auch Omid wenig später auf. Pause im Hotelzimmer Wir lassen die üblichen Fragen über uns ergehen und finden schließlich mit den kulturellen Unterschieden zwischen dem Iran und Deutschland ein ergiebiges Gesprächsthema. Abends unterwegs mit Omid Während wir uns unterhalten führt Omid uns in eine Art Arbeiterviertel in den Außenbezirken der Altstadt. Kleine Geschäfte und Imbissbuden reihen sich aneinander und zielsicher steuert unser Führer eines der Lokale an. Während er dem Wirt begeistert seine deutschen Freunde präsentiert, nehmen wir in einem stickigen Raum direkt hinter der Theke Platz. Omid erklärt uns, dass es nur ein Gericht zur Auswahl gäbe – Eintopf mit Lunge. Blick von unserem Zimmer Das klingt zwar ungewohnt aber Hunger und Neugierde siegen. Das Essen schmeckt dann sogar ausgesprochen gut. Während wir essen, kommen immer neue Gäste in das Lokal und Omid berichtet wieder und wieder voller Elan wer wir sind und wo wir herkommen. Einige der anderen Gäste wirken merkwürdig fahrig und zu unserer Überraschung fragt Omid uns nach dem Essen, ob wir einen Schnaps mit ihm trinken wollen. Damit hatten wir im Iran nicht gerechnet, wo der Genuss von Alkohol hart bestraft werden kann. Als wir sehen, dass der „Schnaps“ aus medizinischem Alkohol besteht, der mit Coca-Cola gestreckt wird, verzichten wir dankend auf das uns angebotene Glas. Spät am Abend verabschieden wir uns von einem sichtlich angeschickerten Omid und verabreden uns für Morgen früh. Frühstück im Hotel Wir stehen mit dem Anbruch der Morgendämmerung auf. Bei einem Bäcker in der Nähe des Hotels kaufen wir etwas Gebäck, das wir im Zimmer frühstücken. Gegen zehn Uhr checken wir aus und treffen uns wie gestern verabredet mit Omid. Er führt uns zu einer Bushaltestelle wo ein leerer Minibus wartet. Ankunft im Bergdorf Masuleh Auch viele erwachsene Iraner sind darauf bedacht, Englisch zu lernen. Der Fahrer ist tatsächlich einer von Omids Schülern. Gemeinsam fahren wir zu der Englischschule, wo Omid arbeitet. Dort stellt er uns zwei weiteren Lehrern vor. Wir unterhalten uns ein wenig und bekommen erklärt wie wir nach Masuleh gelangen können, dem Ziel unseres heutigen Tagesausflugs. Moschee von Masuleh... Das Gepäck können wir in der Englischschule lassen, wir müssen nur vor Unterrichtsende um 20 Uhr zurück sein um es wieder abzuholen. In der Nähe der Schule gibt es einen Busstand von wo Sammeltaxen nach Fuman abfahren. Die Fahrt dauert nur rund eine halbe Stunde. ...und Schrein im Inneren In Fuman müssen wir Omids Beschreibung folgend zu einem weiteren Taxistand gehen, von wo aus dann die Sammeltaxen nach Masuleh weiterfahren. Wir brauchen eine ganze Weile bis wir fündig werden, doch schließlich sitzen wir in einem klapprigen Taxi, das sich die Serpentinen nach Masuleh hochquält. Am frühen Nachmittag erreichen wir unser Ziel. Im Gassengewirr des Örtchens... Masuleh befindet sich auf beinahe 1100 Meter Höhe und entsprechend ist es hier deutlich kühler als in Rascht. Das Städtchen liegt in einem dicht bewaldeten Hochtal, an dessen Hängen die Wohnhäuser stehen. Die Bergflanken sind dabei so steil, dass die Häuser regelrecht übereinander erbaut sind. ...zwischen Restaurants und Souvenirständen Die Veranda der oberen Häuser befindet sich auf dem Dach des darunter liegenden Hauses. Masuleh ist auch bei einheimischen Touristen sehr beliebt und es gibt viele Souvenirstände und Restaurants in den schmalen Gassen. Trotzdem gefällt es uns gut hier und wir erkunden ausgiebig das Straßengewirr von Masuleh, besichtigen die in eigentümlicher Bauweise errichtete Moschee des Ortes und trinken Tee in einem der unzähligen Restaurants. Wasserfall von Masuleh Zum Abschluss unseres Ausflugs nach Masuleh werfen wir noch einen Blick auf den Wasserfall des Ortes, der aber eher enttäuschend ist. Am späten Nachmittag fahren wir dann nach Fuman zurück. Wir spazieren auch dort ein wenig durch den Ortskern, finden aber nichts von touristischem Interesse. Abends zurück in Rascht Am frühen Abend sind wir schließlich zurück in Rascht und nehmen wenig später im Büro des Leiters der Englischschule Platz. Stolz stellt uns Omid dem distinguierten älteren Herren vor, mit dem wir die politische Situation in der Region diskutieren. Am Ende bittet uns Omid, die Englischklassen zu besuchen. Etwas überrumpelt sagen wir zu. Abschied von Omid in der Englischschule Zunächst werden wir in den Kurs für Fortgeschrittene gebracht und der jungen Lehrerin vorgestellt. Die nächste Viertelstunde halten wir Smalltalk mit ihr und ihren Schülerinnen, dann verabschieden wir uns und Omid bringt uns in den Anfängerkurs, wo sich das Prozedere wiederholt. Um 20 Uhr endet der Unterricht und wir werden aus unserer Rolle als Lehrerassistenten entlassen. Wir danken Omid noch einmal für seine Hilfe, dann sammeln wir unser Gepäck ein und brechen zum Busbahnhof auf. Nach kurzer Zeit fährt der Übernachtbus nach Täbris vor und wir sinken müde auf unsere Plätze. Ankunft in Täbris Bei Sonnenaufgang erreichen wir das Ziel. Vom Busbahnhof fahren wir mit dem Taxi in die Innenstadt und finden nach kurzer Suche ein günstiges Hotel. Im Bus hatten wir zwar gut schlafen können, aber der Schlaf war doch etwas kurz gewesen. Pause im Hotel Da das Wetter ohnehin eher trübe ist, lassen wir uns Zeit und legen noch ein kleines Nickerchen im Hotelzimmer ein. Erst am frühen Nachmittag gehen wir wieder raus. Angeblich verfügt Täbris über die beste Touristeninformation des ganzen Iran also wird genau die unser erstes Tagesziel. Der berühmte Teppichbazar von Täbris... Tatsächlich werden wir freundlich begrüßt und können einige Fragen bezüglich unserer weiteren Reisepläne klären. Uns wird außerdem empfohlen, unbedingt das kleine Dorf Kandovan zu besuchen, das nur rund 60 Kilometer von Täbris entfernt liegt. ...der als UNESCO-Weltkulturerbe gilt Natürlich wird uns auch sogleich die Vermittlung eines Fahrers angeboten. Doch der Preis ist überaus fair und wir lassen uns überreden. Um 15 Uhr am selben Tag wird der Fahrer bei der Touristeninformation auf uns warten. Die Zeit bis dahin verwenden wir auf einen ersten Spaziergang durch den berühmten Bazar. Nachmittäglicher Ausflug nach Kandovan Täbris ist bekannt für seine Teppichindustrie und noch heute werden hier nicht nur farbenfrohe Teppiche angeboten, sondern auch alles an Zubehör was zu ihrer Herstellung benötigt wird. Das Sortiment reicht von Webrahmen bis hin zu bunter Wolle. Erster Eindruck der Felshäuser von Kandovan... Pünktlich sind wir nachmittags an der Touristeninformation zurück, wo wir wie vereinbart auf den Fahrer treffen. In gewohnt lebensmüder Manier manövriert der sein Auto durch die verstopften Straßen rings um den Bazar und heizt dann mit abenteuerlicher Geschwindigkeit über immer schmalere Landstraßen. ...und Blick aus der Nähe Während der Fahrt schrauben wir uns immer höher die Berge hoch und als wie in Kandovan ankommen sind wir auf beinahe 1300 Meter Höhe. Der Ort ist schon seit vorislamischer besiedelt. In dem ausladenden Flusstal reihen sich eiförmige Tuffsteinformationen aneinander. Zum Abendessen zurück in Täbris Trotz ihres seltsamen Aussehens sind die Felsen natürlichen Ursprungs. Die Menschen wussten sich die praktische Form der Felsen nutzbar zu machen. Die meisten sind ausgehöhlt und dienen als Wohnungen. Neugierig gehen wir auf Erkundungsgang durch die schmalen Pfade zwischen den Felswohnungen. Zwar gibt es auch einige Häuser modernen Ursprungs und viele der traditionellen Behausungen dienen nunmehr als Souvenirshop für die zumeist einheimischen Touristen. Trotzdem hat das Dorf seine Faszination nicht verloren. Am frühen Abend sind wir wieder in Täbris und verabschieden uns von unserem Fahrer. An einer Imbissbude essen wir eine köstliche Hackfleischpfanne, dann kehren wir ins Hotel zurück. Beim Arg-e-Täbris am nächsten Tag Nach dem trüben Wetter gestern beginnt der nächste Tag mit strahlendem Sonnenschein. Wir checken im Hotel aus und deponieren das Gepäck an der Rezeption. Da wir wegen des Ausflugs gestern noch nicht allzu viel von Täbris gesehen haben, wollen wir heute die restliche Stadt erkunden. Arkadengang bei der Blauen Moschee Erste Station wird der Arg-e-Täbris. Bei dem massiven Mauerrest handelt es sich um den Teil einer gigantischen Moschee. Im Laufe der Jahrhunderte und der wechselhaften Herrschaftsverhältnisse wurde der Rest des Bauwerks jedoch zerstört. Rekonstruiertes Inneres der Blaue Moschee Auch die nächste Attraktion auf unserem Weg hat schon bessere Jahre gesehen. Die Blaue Moschee war einst wegen ihrer mit tiefblauen Fliesen geschmückten Wände weltberühmt. Bei einem Erdbeben im 18. Jahrhundert wurde sie aber schwer in Mitleidenschaft gezogen. Rathaus der Stadt Erst in jüngster Vergangenheit wurden behutsame Schritte zu Wiederaufbau und Restauration des Gebäudes unternommen. So wurden die zerstörten Mauern wieder aufgebaut. Die verbliebenen Originalfliesen wurden konserviert; fehlende Fliesen wurden jedoch lediglich zeichnerisch angedeutet oder ganz weggelassen. Trotz alledem bleibt die Blaue Moschee beeindruckend und die ungewöhnlich intensiv blauen Fliesenornamente haben etwas Hypnotisches. Nach einem Abstecher zum Rathaus von Täbris, das im 20. Jahrhundert nach russischem Vorbild errichtet wurde, gehen wir zum Bazar weiter. Den restlichen Tag verbringen wir durch die Gassen des zumeist überdachten Bazars spazierend. Wollgeschäft... ...des berühmten Teppichbazars von Tärbis ..im Gassengewirr... Obwohl wir schon viele Bazare gesehen haben, faszinieren uns das bunte Treiben und der Trubel noch immer. Zudem ist der Bazar von Täbris einer der ältesten und größten der Region und gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe. Letzter Stop auf unserer Besichtigung wird die Freitagsmoschee. Mihrab der Freitagsmoschee Nach dem Besuch der Blauen Moschee kann sie uns aber nicht wirklich begeistern. Schließlich bricht der Abend an und es wird Zeit aufzubrechen. In der Nähe unseres Hotels essen wir in einem Restaurant köstliche Kebab-Spieße mit frisch gebackenem Brot, dann holen wir unser Gepäck ab. Ticket für die Fahrt nach Kermanschah Mit dem Taxi fahren wir zum Busbahnhof und suchen den Bus nach Kermanschah. Unterwegs begegnen wir reihenweise jungen Männern in Soldatenuniform, die wohl hier in der Nähe zur türkischen und irakischen Grenze ihren Wehrdienst ableisten müssen und nun nach Fahrmöglichkeiten in ihre Heimatstädte suchen. Trotz ihrer Uniform begrüßen uns alle begeistert und wir sind wieder einmal positiv von Land und Leuten überrascht. Endlich finden wir unseren Bus und steigen ein. Ankunft in Kermanschah Anders als bei unseren vorherigen Busfahrten wird die Fahrt diesmal unruhig und ungemütlich. Zum einen handelt es sich um einen normalen Linienbus anstelle der modernen Reisebusse mit größerer Beinfreiheit, zum anderen sind die Straßen in schlechtem Zustand und die Fahrweise eher ruppig. Endlich ein Hotel gefunden! Bei Tageslicht wären die Berg- und Passstraßen wohl interessant anzusehen gewesen doch in der tiefschwarzen Nacht halten sie uns einfach nur vom Schlafen ab. Weit vor Anbruch der Dämmerung erreichen wir dann übermüdet Kermanschah. Der Busbahnhof ist um die Uhrzeit noch geschlossen also nehmen wir ein Taxi in die Innenstadt. An die Suche nach einem Hotel ist noch nicht zu denken. Stattdessen setzen wir uns in einen Stadtpark und dösen noch ein wenig. Als die Stadt gegen acht Uhr zum Leben erwacht, gehen wir los. Ausflug zum Taq-e Bostan... Erstmals während unserer Reise haben wir echte Schwierigkeiten ein Hotel zu finden. Es gibt zwar einige Übernachtungsbetriebe aber die sind entweder ausgebucht oder ausschließlich für Pilgerreisende gedacht und ohne die erforderliche Lizenz um westliche Touristen zu beherbergen. ...mit seinen berühmten Felsreliefs Trotz der instabilen politischen Lage gibt es offenbar noch immer einen steten Pilgerstrom zu den heiligen Stätten im Irak, dessen Grenze weniger als eine Stunde Fahrzeit westlich von Kermanschah verläuft. Schlussendlich werden wir doch noch fündig und beziehen ein abgewohntes Zimmer in einem überteuerten Hotel. Der Hauptgrund, warum wir nach Kermanschah fahren wollten sind die sassanidischen Felsreliefs im Taq-e Bostan am Stadtrand. Felsrelief im Detail Es dauert ein wenig, bis wir die Haltestelle der Sammeltaxen an den Ausläufern des Bazars gefunden haben. Glücklicherweise hat eines der Taxen dort noch genau zwei freie Sitze. Wir nehmen Platz und los geht die Fahrt zum Taq-e Bostan. Nachmittags auf dem Bazar von Kermanschah... Dort wurde eine Art Naherholungsgebiet geschaffen mit Liegewiesen, Grillplätzen und Restaurants. Vor einer Steilwand befindet sich eine freie Fläche mit einem Quellteich in der Mitte. Schon von weitem kann man die in die Felswand geschlagenen Reliefs sehen. Teils befinden sie sich in einige Meter in den Fels getriebenen Höhlen, teils wurden sie direkt in die Oberfläche geschlagen. ...der für seine bunten Stoffe berühmt ist Aus der Nähe betrachtet verliert der Ort jedoch schnell an Reiz. Der Zulauf des Quellteichs ist jetzt im Spätsommer offenbar versiegt und das Wasser verbreitet einen brackigen Geruch. Zudem dürfen die Felsreliefs nur aus einigen Meter Entfernung betrachtet werden. Wir schauen uns trotzdem um, doch aus der Distanz lassen sich die vermutlich beeindruckenden Details der Steinmetzarbeiten kaum erkennen. Abendessen mit Brot und Granatapfelmarmelade Etwas enttäuscht fahren wir am späten Nachmittag mit einem weiteren Sammeltaxi in die Innenstadt zurück. Den restlichen Tag verbringen wir mit einem Spaziergang durch den kleinen Bazar von Kermanschah. Der imponiert zwar nicht durch seine Größe, dafür gehört er zu den farbenprächtigsten die wir bislang gesehen haben. Die Produktion bunter Stoffe scheint hier hoch im Kurs zu stehen und die Auslagen der Marktständer sorgen für tolle Fotomotive. Am frühen Abend sind wir zurück in unserem Hotelzimmer und fallen nach der schlaflosen Nacht müde auf die Betten. Auf der Fahrt nach Hamadan am nächsten Tag Am nächsten Tag schlafen wir bis weit in den Vormittag, dann checken wir aus und fahren mit einem Taxi zum Busbahnhof. Schnell finden wir einen Bus nach Hamadan, der letzten Station unserer Iranreise. Ankunft in Hamadan Die Fahrt dauert nur knappe drei Stunden und gegen Mittag stehen wir bereits auf dem zentralen Platz von Hamadan. Auf einer Kreuzung mit sechs regelmäßig abzweigenden Straßen wurden im 19. Jahrhundert einheitliche, zweistöckige Geschäftshäuser errichtet, die ein hübsches Ensemble bilden. In einer der Seitenstraßen finden wir direkt neben einer größeren Moschee ein Hotel. Grabmal des berühmten Ibn Sina Der Blick von unserem Zimmer geht direkt auf den Innenhof der Moschee. Wir lassen die Rucksäcke im Zimmer, dann brechen wir zur Besichtigung Hamadans auf. Grabmal von Esther und Mordechai... Erste Sehenswürdigkeit ist der kleine Bazar, der jedoch nicht wirklich begeistern kann. Auch das moderne Denkmal und Mausoleum für den berühmten mittelalterlichen Arzt Ibn Sina ist von geringem Interesse. Als lohnenswert hingegen erweist sich das Grabmal von Esther und Mordechai, die wichtigste jüdische Pilgerstätte im Iran. Die beiden biblischen Persönlichkeiten sind nach alter jüdischer Überlieferung in Hamadan begraben. ...Steintür am Eingang... Der Eingang zum Grabbau liegt versteckt in einer Nebenstraße. Hinter einer hohen Mauer finden wie einen ruhigen Garten mit einem kleinen Kuppelbau in der Mitte. ...und die Ebenholz-Sarkophage im Inneren Der Eingang des Bauwerks ist mit einer steinernen Tür verschlossen. Ein älterer Mann schließt für uns auf. Hinter dem niedrigen Einlass befindet sich ein weitestgehend schmuckloser Raum, der bis heute als Synagoge genutzt wird. Durch einen weiteren niedrigen Durchgang gelangen wir in den nächsten Raum, wo zwei massive Sarkophage aus Ebenholz nebeneinander stehen. Die Wände sind mit hebräischen Schriftzeichen verziert und auch die Namensplaketten auf den Sarkophagen sind hebräisch beschriftet. Unter den argwöhnischen Blicken des Wächters sehen wir uns um und schießen ein paar Fotos, dann werden wir höflich aber bestimmt wieder hinauskomplimentiert. Abends auf dem kleinen Bazar von Hamadan Von dem Grabmal aus spazieren wir noch ein wenig durch Hamadan. Wir werfen einen Blick auf einen antiken Steinlöwen der angeblich von Alexander dem Großen gestiftet wurde und auf einen historischen Grabturm, dessen Bedeutung nicht näher erklärt wird. Nachdem wir an einem Straßenstand zu Abend gegessen haben, gehen wir ins Hotel zurück. Obwohl wir müde sind, ist an Schlaf vorerst nicht zu denken. Es ist Donnerstagabend und in Vorbereitung auf das Freitagsgebet wird die Umgebung der benachbarten Moschee mehr als eine Stunde lang mit religiösen Gesängen beschallt. Aufbruch aus Hamadan am nächsten Morgen Auch der nächste Morgen beginnt für uns mit dem Ruf des Muezzins. Die Lage des Hotels direkt an der Moschee rächt sich nun. Wir packen unser Gepäck zusammen und checken aus dem Hotel aus. Mit dem Taxi geht es zum Busbahnhof, wo der Bus nach Teheran schon wartet. Die Fahrt vergeht überraschend schnell. Im Bus nach Teheran Schon am frühen Nachmittag erreichen wir die iranische Hauptstadt. In einem Schnellrestaurant essen wir zu Mittag, dann gehen wir zum nahen Azadi-Platz. In der Mitte dieses angeblich meistbefahrenen Kreisverkehrs des Landes thront der gleichnamige Turm aus weißem Marmor. Errichtet wurde er in den 1970er Jahren zum 2500-jährigen Jubiläum der persischen Monarchie. Nach der Revolution wurde das historistische Bauwerk zum Freiheitsturm umgedeutet. Ankunft am Azadi-Platz Wir verzichten auf eine detaillierte Besichtigung und fahren lieber mit der Metro in die Innenstadt. Da heute Freitag ist, haben die meisten Geschäfte geschlossen und es ist verhältnismäßig ruhig auf den Straßen. Auch wir lassen es ruhig angehen und verbringen den restlichen Tag auf einer Bank im Stadtpark sitzend. Abend im Stadtpark Eigentlich wollten wir dort Hörbuch hören, doch immer wieder gesellen sich Passanten zu uns und fangen Gespräche an. So vergeht die Zeit wie im Flug. Auf diese Weise lernen wir auch ein deutsch-iranisches Ehepaar kennen, das im Iran auf Familienbesuch ist. Die beiden fliegen ebenfalls heute zurück nach Deutschland und halten mit der Familie ein letztes Mal Picknick im Park. Unser Abendessen Wir werden eingeladen, uns dazu zu setzen und kommen dem gerne nach. Besonders der Neffe unserer Gastgeber ist interessiert an uns und unserer Reise und es beginnt eine lebhafte Debatte über die kulturellen Unterschiede zwischen dem Iran und Deutschland. Als wir berichten, dass auch wir heute nach Hause zurückfliegen müssen, erfahren wir dass zwei der Brüder unseres Gastgebers Taxifahrer sind und uns zum Flughafen fahren könnten. Nächtliche Besichtigung... Mit einem der beiden verabreden wir, dass er uns in zwei Stunden am Eingang des Parks abholen soll. Wir werden darauf hingewiesen, dass dann sogar noch genug Zeit sei um auf dem Weg zum Flughafen dem Chomeini-Mausoleum einen Besuch abzustatten. Verdutzt stimmen wir zu. Dann verabschieden wir uns von unseren Gastgebern. Die beiden fliegen zwar ein paar Stunden nach uns, müssen aber noch Packen. Wir zwei gehen in einem Restaurant mitten im Park zu Abend essen. Pünktlich treffen wir uns danach mit dem Taxifahrer. ...des Chomeini-Mausoleums... Der spricht zwar kein Wort Englisch, aber Mohammed, der englischsprachige Neffe, ist auch mitgekommen. Wie zuvor verabredet fahren wir zuerst zum Mausoleum. ...auf dem Weg zum Flughafen Das erweist sich als riesige Anlage, die sogar über einen eigenen Bazar verfügt. Wir kommen uns etwas merkwürdig vor, so spät am Abend als Touristen noch hier vorbeizuschauen. Doch Mohammed beruhigt uns. Das Mausoleum sei 24 Stunden am Tag geöffnet. Unsere Kameraausrüstung wird am Eingang zwar sehr skeptisch beäugt, aber ungehindert dürfen wir passieren. Auch im Inneren setzt sich der Prunk des Monumentalbaus fort. Der kleine Schrein mit den sterblichen Überresten von Chomeini fällt in der riesigen mit Marmor und Spiegeln geschmückten Halle fast nicht auf. Eingecheckt für den Rückflug Nachdem wir uns ausgiebig umgesehen haben, fahren wir zum Flughafen weiter. Dort zahlen wir dem Taxifahrer mit unseren letzten Rial-Scheinen einen guten Lohn und verabschieden uns. Die Stunden bis zum Abflug um zwei Uhr morgens vergehen schleppend. Nach dem langen Tag fällt es uns schwer die Augen offen zu halten. Endlich können wir dann in den Flieger, wo sich das Schauspiel vom Hinflug in umgekehrter Reihenfolge wiederholt. Kaum sind die Türen des Flugzeugs geschlossen, nehmen beinahe alle Frauen die Kopftücher wieder ab - irgendwie ist diese skurrile Szene ein passender Endpunkt dieser Reise.
26.07.2015
Nicky
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Lange hatten wir überlegt, wohin wir im Juli für ein Wochenende reisen könnten. Schließlich fiel unsere Wahl auf Polen. Günstige Flüge nach Warschau waren bei der Billigfluglinie WizzAir rasch ausfindig gemacht. Da wir Warschau aber bereits einmal besucht hatten, planten wir von dort aus die Weiterreise ins rund zwei Stunden entfernte Lublin. Daten von OpenStreetMap - Veröffentlicht unter ODbL Aufbruch vom Hostel in Warschau am Morgen Am Freitag, den 17.07.2015 geht es los. Am späten Abend fliegen wir von Dortmund nach Warschau, das wir mitten in der Nacht erreichen. Es ist eine zwanzigminütige Busfahrt vom Flughafen Chopin zum Bahnhof Centralna. Von dort geht es zu Fuß weiter. Gegen ein Uhr in der Frühe sind wir schließlich im Hostel, checken bei der schlaftrunkenen Rezeptionistin ein und schleichen uns so leise wie möglich zu unseren Betten im Schlafsaal. Am Bahnhof Der Schlaf währt nur kurz und gegen acht Uhr haben wir bereits wieder aus dem Hostel ausgecheckt. Wir folgen dem gleichen Weg wie gestern Nacht zurück zum Bahnhof. Dort erfahren wir, dass der Schnellzug nach Lublin um neun Uhr bereits ausgebucht sei. Frühstück am Park... Stattdessen kaufen wir also Tickets für die nächste Verbindung zwei Stunden später. Die Wartezeit nutzen wir für einen Spaziergang durch die Shoppingmall Złote Tarasy, die sich direkt an den Bahnhof anschließt. Im Kellergeschoss des futuristischen Gebäudes finden wir einen großen Supermarkt, wo wir unser Frühstück kaufen. ...Zu Fuße des Kulturpalasts Anschließend gehen wir zu dem kleinen Park zu Fuße des Kulturpalasts weiter. Der rund 250 Meter hohe Turm im Stil des Sozialistischen Klassizismus ist das von weither sichtbare Wahrzeichen der polnischen Hauptstadt. Neben einem kleinen Springbrunnen finden wir eine freie Sitzbank und nehmen Platz. Den warmen Sonnenschein genießend frühstücken wir dort Joghurt und frische Himbeeren, die wir vorhin im Supermarkt gekauft hatten. In der Bahn Endlich wird es Zeit, zum Bahnhof zurückzugehen. Wenig später fährt unser Zug ein und wir setzen uns in eines der Abteile. In der Fußgängerzone von Lublin Die Zugfahrt vergeht schnell und ereignislos und am frühen Nachmittag erreichen wir Lublin. Vom Bahnhof ist es ein knapp halbstündiger Fußmarsch in die Innenstadt. Unweit des so genannten Krakauer Tors (Brama Krakowska) gelangen wir zur Fußgängerzone. Statt durch das alte Stadttor hindurch zu gehen, biegen wir jedoch zunächst in Richtung des Karmeliter-Klosters ab. Dort werfen wir einen raschen Blick ins Innere und gehen dann schnurstracks zum Hostel weiter. Das Krakauer Tor Die Temperaturen haben sich inzwischen mächtig aufgewärmt. Krontribunal Bei über 35°C sind wir daher froh, zunächst einmal unser Gepäck ablegen zu können. Nach einer kurzen Pause gehen wir wieder in die Innenstadt zurück. Bevor wir die historische Altstadt betreten, erkunden wir erst einmal noch die entgegengesetzte Richtung der Fußgängerzone, werfen einen Blick auf das Gebäude der Hauptpost und auf den Park am Litauischen Platz (Plac Litewski). Fassade der Dominikanerkirche Schließlich drehen wir jedoch um und gehen zum Krakauer Tor. Trinitarischer Turm Direkt hinter dem alten Stadttor erwarten uns die ersten historischen Bürgerhäuser mit ihren reich bemalten Fassaden. Wenig später stoßen wir auf einen kleinen Marktplatz, der von Cafés und Restaurants gesäumt ist. Beherrscht wird der Platz vom so genannten Krontribunal. Wir lassen die Szenerie eine Weile auf uns wirken und spazieren dann durch die angrenzenden Seitenstraßen. Dort entdecken wir nicht nur die wuchtige Dominikanerkirche (Kościół Dominikanów), sondern auch den Lubliner Dom (Archikatedra Lubelska). Blick aufs Schloss Der Trinitarische Turm (Wieża Trynitarska) ist ebenfalls schon von Weitem zu sehen und gilt immerhin als Wahrzeichen der Stadt. Grodzka-Tor Als wir uns an der historischen Kulisse sattgesehen haben, gehen wir in Richtung des Grodzka-Tors weiter, das den Ausgang der Altstadt zum Lubliner Schloss hin markiert. Genau das ist unser nächstes Ziel. Im Innenhof des mächtigen Backsteinbaus stoßen wir auf ein weiteres Wahrzeichen von Lublin, den Donjon genannten Wohnturm. Dieses trutzige Monument gilt als eines der ältesten Bauwerke der Region und hat eine wechselhafte Geschichte hinter sich. Schlossinnenhof mit Wohnturm "Donjon" So diente es als Gefängnis und unter der Naziherrschaft gar als Durchgangslager für KZ-Häftlinge. Am populärsten ist jedoch seine Rolle als der Ort, wo im Jahre 1569 das Abkommen zur Polnisch-Litauischen Union unterzeichnet wurde. Abendessen im Hostel Wir gönnen uns eine kurze Pause an einer schattigen Stelle des Schlossinnenhofs. Im Anschluss schlendern wir in die gemütliche Altstadt zurück und biegen beim Krakauer Tor wieder Richtung unseres Hostels ab. Es ist inzwischen Abend geworden und der Himmel hat begonnen sich zuzuziehen. Im Hostel machen wir es uns im Zimmer bequem und wenig später bricht ein heftiges Gewitter herein, so dass an einen weiteren Ausflug in die Stadt nicht zu denken ist. Letzter Blick über Lublin am nächsten Tag Der nächste Morgen beginnt wieder mit Sonnenschein und bald nach dem Frühstück checken wir aus dem Hostel aus. Wir spazieren noch einmal durch die Altstadt von Lublin, die zu der frühen Stunde noch beinahe menschenleer ist. Abfahrt zurück nach Warschau Anschließend kehren wir zum Bahnhof zurück. Wir ringen der unfreundlichen Beamtin am Ticketschalter zwei Fahrkarten nach Warschau ab und wenig später fährt unser Zug bereits ein. Am frühen Nachmittag sind wir zurück in der Hauptstadt. Viel Zeit bleibt uns dort nicht mehr, am frühen Abend soll unser Flieger zurück nach Deutschland gehen. Schlossplatz in der Warschauer Altstadt Wir nutzen den Nachmittag trotzdem noch für einen kurzen Spaziergang in die Altstadt von Warschau. Unterwegs werfen wir einen Blick auf die Gebäude der Universität, dann erreichen wir auch schon den Schlossplatz (Plac Zamkowy). Spaziergang durch die Altstadt Dieser markiert den Beginn der Altstadt. Wir schlendern ein wenig durch die überfüllten Gassen dort, doch die Zeit läuft uns davon und so kehren wir bald zum Bahnhof zurück. Kurz darauf fährt dort der Flughafenbus ab. Als wir am Flughafen ankommen herrscht noch strahlender Sonnenschein. Warten auf die Abfahrt des Flughafenbusses Doch während wir im Abflugbereich warten, wird die Wolkendecke immer dichter. Schließlich bricht ein heftiges Gewitter los, das den Flugverkehr für die nächste halbe Stunde komplett zum Erliegen kommen lässt. Flugstorno wegen Unwetter über dem Flughafen Unser Flieger sollte eigentlich gegen 19 Uhr abheben. Von Amsterdam kommend wird er jedoch, statt in Warschau zu landen, wegen des Sturms nach Kattowitz umgeleitet. Als das Flugzeug schließlich von Kattowitz nach Warschau weitergeflogen ist, ist es bereits 22 Uhr. Die Kurzreise geht in dieVerlängerung - Im Hotel am nächsten Morgen Für die somit erwartete Ankunftszeit kann natürlich keine Landeerlaubnis für Deutschland mehr erteilt werden. Der Flug wird kurzerhand storniert und unser Wochenende in Polen geht in eine unfreiwillige Verlängerung. Spaziergang im Łazienki-Park... Bis halb zwei Uhr morgens stehen wir in der Warteschlange vor dem Serviceschalter der Fluggesellschaft. Am Ende erfahren wir, dass die früheste Rückflugmöglichkeit am Mittwochnachmittag wäre. Wir lehnen dieses Angebot ab, und buchen stattdessen in Eigenregie zwei Tickets für den Nachtbus am morgigen Abend. ...Hauptattraktion dort: Zahme Eichhörnchen Von WizzAir bekommen wir immerhin noch einen Hotelgutschein für heute Nacht. Gegen zwei Uhr in der Frühe lässt uns ein Bus der Fluggesellschaft schließlich am Eingang des Hotels raus und wenig später fallen wir in unserem Zimmer müde auf die Betten. Abfahrt vom Busbahnhof in Warschau Nach dem Sturm gestern haben sich die Temperaturen am nächsten Tag merklich abgekühlt, doch zumindest ist der Himmel klar. Wir frühstücken im Hotel, dann gehen wir in Richtung der Innenstadt los. Unterwegs entdecken wir zufällig den Eingang zum Łazienki-Park. Pause während der 22-stündigen Heimfahrt Uns ist heute nicht nach Sightseeing zu Mute und so genießen wir einfach die Ruhe in der Grünanlage. Erst als wir auf einer Sitzbank eine Pause einlegen, begeistern wir uns doch noch für eine Attraktion des Parks: die zahmen Eichhörnchen dort. Nachdem wir noch ein wenig durch die Innenstadt von Warschau spaziert sind und Proviant für die Busfahrt gekauft haben, machen wir uns auf den Weg zum Busbahnhof. Unser Bus steht dort schon bereit und wir nehmen Platz. Um 16 Uhr geht die Fahrt schließlich los und knapp 22 ermüdende Stunden später kommen wir wieder in der Heimat an.
21.06.2015
Nicky
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Schon 2013 hatten wir ein Wochenende in Rom verbracht. Trotzdem oder grade deswegen zögerten wir zwei Jahre später nicht lange und ergriffen die Gelegenheit, als wir günstige Flüge in die ewige Stadt entdeckten. Daten von OpenStreetMap - Veröffentlicht unter ODbL Im Mercato dell'Esquilino Am 13.06.2015 geht es los. Das Wetter in Deutschland ist trübe und kühl als wir morgens zum Flughafen Köln-Bonn fahren. Wenig später sitzen wir bereits im Flieger und landen rund anderthalb Stunden später in Rom-Ciampino. Santa Maria Maggiore Auch hier herrscht kein strahlender Sonnenschein, doch zumindest ist es angenehm sommerlich warm. Mit dem Bus fahren wir zum Bahnhof Rom Termini. In der Nähe soll sich auch unser Hostel befinden. Noch bevor wir die Adresse gefunden haben, stoßen wir allerdings auf den Mercato dell'Esquilino, eine überdachte Markthalle mit Lebensmittelständen aller Art. Erster Blick aufs Kolosseum Wir lassen uns zu einem Besuch hinreissen und sind wieder einmal begeistert von der riesigen Auswahl frischer Lebensmittel, in der sich die mediterrane Freude an gutem Essen manifestiert. Das Vittoriano Nach einem raschen Erkundungsgang durch die Markthalle setzen wir den Weg zum Hostel fort und legen dort das Gepäck ab. Anschließend gehen wir in die Innenstadt Roms weiter. Die erste Station wird die prachtvolle Basilika Santa Maria Maggiore, von der es nicht mehr weit bis zum Kolosseum ist. Wie schon bei unserem letzten Aufenthalt ist die Straße vor diesem Wahrzeichen Roms über das Wochenende für den Autoverkehr gesperrt. Front des Pantheon... Also genießen wir in aller Ruhe das Panorama mit den Ausgrabungen auf dem Palatin, dem Forum Romanum und dem Kolosseum selber. ...und Blick ins Innere Weiter geht es zum Vittoriano und von da in Richtung der Piazza della Rotonda. Es ist bereits früher Nachmittag, als wir dort ankommen. Beim berühmten Café Tazza d' Oro gönnen wir uns einen Espresso. Gestärkt machen wir uns an die Besichtigung des Pantheons, das am Rande der Piazza liegt. Der runde Kuppelbau beeindruckt nicht nur durch seine schieren Ausmaße, sondern auch durch sein Alter und seine Geschichte, die immerhin knapp 2000 Jahre zurückreicht. Baustelle am Trevi-Brunnen Vom Pantheon spazieren wir zum Trevi-Bunnen, müssen aber feststellen, dass der grade restauriert wird. Fontana della Baraccia am Spanischen Platz Die gesamte Anlage ist eingezäunt und das Wasser abgelassen. Enttäuscht visieren wir unser nächstes Ziel an, die Piazza di Spagna. Auch hier sind Bauarbeiten im Gange, doch die schmälern den Eindruck des Gesamtensembles mit der Kirche Santa Trinità dei Monti, dem in seiner Form einem Schiff nachempfundenen Brunnen Fontana della Barcaccia und der berühmten Spanischen Treppe kaum. Auf der Ponte Sant’ Angelo Unser Weg führt uns weiter zum Ufer des Tiber, dem wir bis zur antiken Brücke Ponte Sant’ Angelo folgen, von wo sich ein grandioser Blick auf die Engelsburg bietet. Petersplatz und Petersdom Von dort sind es auch nur noch wenige hundert Meter bis zum Vatikan selber. Es ist inzwischen früher Abend und die meisten Touristen haben den Vatikan bereits verlassen, so dass wir einige gute Fotos des beinahe menschenleeren Petersplatzes schießen können. Schließlich verlassen auch wir den Vatikan wieder. Letzte Station des Tages wird die Piazza Navona, wo wir die abendliche Stimmung und die Darbietungen der zahlreichen Straßenkünstler genießen. Piazza Navona In der Nähe finden wir einen Supermarkt, in dem wir unser Abendessen kaufen. Die Einkäufe nehmen wir zum Ufer des Tibers mit. In der Nähe der Isola Tiberina finden wir eine gemütliche Stelle, von der sich ein guter Blick auf die Festzelte am anderen Flussufer bietet. Abends am Tiberufer Während wir uns an verschiedenen Sorten Focaccia, gebackenem Ricotta und einer Flasche Chianti gütlich tun, bricht langsam die Dämmerung an. Wir beenden unsere Mahlzeit, dann spazieren wir noch ein Stück am Tiber entlang. Vorbei am in der Dunkelheit hübsch illuminierten Forum Romanum und der Pferderennbahn Circus Maximus kehren wir am Ende zum Hostel zurück. Am nächsten Morgen an der Lateranbasilika Schon früh am Morgen sind wir wieder auf den Beinen. Unser erster Weg führt uns zur Lateranbasilika. Schon vor zwei Jahren hatten wir hier früh morgens Halt gemacht und auch heute ist es schön, diese Touristenattraktion Roms zu früher Stunde einmal ohne die üblichen Menschenmassen zu erleben. Konstantinsbogen am Kolosseum In der Nähe der Kirche finden wir eine Kaffeebar wo wir uns mit Brioche und Espresso stärken, bevor wir über Seitenstraßen zum Kolosseum weitergehen und den Anblick des in der Morgensonne strahlenden Bauwerks betrachten. Während die ersten Touristen in Richtung Kolosseum und Forum Romanum strömen, machen wir uns auf den Weg zum Pantheon. Spaziergang durchs alte Arbeiterviertel Trastevere Dort kommen wir grade rechtzeitig an, um zusammen mit den ersten Besuchern des Tags ins Innere gelassen zu werden. Ohne den üblichen Menschenandrang entfaltet der Rundbau erste seine wahre Wirkung, stellen wir beeindruckt fest. Piazza di Santa Maria in Trastevere Vom Pantheon schlendern wir zum Ufer des Tibers weiter und gelangen so schließlich in das alte Arbeiterviertel Trastevere. Die Arbeiter die einst hier wohnten haben vermutlich Tourismusbetrieben aller Art Platz gemacht, doch die schmalen Sträßchen und alten Häuser haben ihr urtümliches Flair bewahrt. Piazza della Repubblica Unser kurzer Aufenthalt in der ewigen Stadt neigt sich dem Ende zu und schweren Herzens machen wir uns langsam auf den Rückweg zum Bahnhof, von wo der Flughafenbus abfahren wird. Unterwegs passieren wir noch einmal die Piazza di Spagna und werfen einen Blick auf das architektonische Ensemble der Piazza della Repubblica nahe dem Bahnhof. Wir sind versucht in einem der Cafés dort einen letzten Kaffee zu trinken, doch leider reicht die Zeit nicht mehr. Wenig später sind wir unterwegs zum Flughafen Rom-Ciampino und am frühen Abend setzen wir die Füße wieder auf deutschen Boden.
24.05.2015
Nicky
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Schon relativ früh im Jahr hatten wir unsere Urlaubstage festlegen müssen. Neben einer längeren Reise im Sommer planten wir dabei auch eine einwöchige Reise Anfang Mai ein. Es dauerte eine Weile bis wir uns auf ein Ziel einigten. Doch nachdem wir uns an unsere Reisen in Mazedonien und Bulgarien erinnert hatten, fiel die Entscheidung recht bald. Wir würden von Deutschland in die mazedonische Hauptstadt Skopje fliegen, einige Tage im Osten des Landes unterwegs sein, dann die mazedonisch-bulgarische Grenze passieren und schließlich noch ein paar Städte in Bulgarien erkunden. Daten von OpenStreetMap - Veröffentlicht unter ODbL Ankunft im verregneten Skopje Am 02.05.2015 geht es los. Früh morgens brechen wir zum Flughafen Dortmund auf und sitzen wenig später bereits im Flieger nach Skopje, das wir nach gut zweistündigem Flug am frühen Vormittag erreichen. Im Bus nach Bitola Zu unserer Enttäuschung ist das Wetter wie bereits in der Heimat eher trübe. Nachdem wir mit dem Bus vom Flughafen zum Busbahnhof gefahren sind, beginnt es sogar zu regnen. Im Busbahnhof erkundigen wir uns nach den Abfahrtszeiten der Busse in die ostmazedonische Stadt Bitola und kaufen Tickets für den nächsten Bus. Der wird aber erst nachmittags abfahren. Ankunft in Bitola Wir nutzen die Wartezeit um in die Innenstadt von Skopje zu spazieren und dort ein wenig Proviant für die Fahrt einzukaufen. Seit unserem letzten Aufenthalt vor drei Jahren hat sich einiges getan im Stadtzentrum. Fußgängerzone Sirok Sokak Weitere Neubauten im neo-klassizistischen Stil sind hinzugekommen ebenso wie weitere auf antik getrimmte Statuen. Doch immer noch wirkt alles wie eine große Baustelle. Bei einer kleinen Bäckerei ergattern wir ofenfrisches Börek, herzhaftes mit Feta und Spinat gefülltes Strudelgebäck, dann kehren wir zum Busbahnhof zurück. Magnolienplatz Kurze Zeit später sitzen wir bereits in einem vollbesetzten Reisebus. Die Fahrt verläuft eher unspektakulär. Bei dem trüben Wetter verliert selbst die raue Berglandschaft am Wegesrand ihren Reiz. Jeni Džamija Am späten Nachmittag erreichen wir schließlich den Busbahnhof von Bitola. Der Regen hat inzwischen nachgelassen und die Wolkendecke macht erste Anstalten aufzureißen. Auf dem Weg ins Stadtzentrum passieren wir die Gebäude der Universität von Bitola. Zufällig entdecken wir dort ein Schild, dass auf Gästezimmer auf dem Campus hinweist. Uhrturm Kurz entschlossen folgen wir der Beschilderung und können tatsächlich ein Zimmer in einem Trakt des Studentenwohnheims beziehen. Nach einer kurzen Pause brechen wir in die Innenstadt auf. Schnell erreichen wir die Straße Sirok Sokak, zu deren Seiten sich das historische Stadtzentrum erstrecken soll. Wir schlendern erst an einem Erholungspark, dann an hübschen Häuschen aus dem 19. Jahrhundert vorbei. Der Besistan Schließlich gelangen wir zur Jeni-Moschee (Jeni Džamija) und dem Uhrturm. Die beiden Landmarken stehen direkt am Eingang zum Bazar von Bitola. Im Bazarviertel Neben einem recht verfallenen überdachten Bazarkomplex (Besistan) gibt es hier auch den Straßenbazar zu besichtigen. Gedrungene alte Häuschen und Natursteinpflaster beherrschen die Szenerie. Die meisten Geschäfte sind zwar wegen der fortgeschrittenen Uhrzeit bereits geschlossen, dennoch begeistert uns die stimmungsvolle Atmosphäre. Ausgrabungsstätte Herakleia Lynkestis... Am frühen Abend machen wir uns auf den Rückweg zu unserer Unterkunft. Unterwegs stoßen wir auf einen Wegweiser zu den Ruinen von Herakleia Lynkestis direkt am Stadtrand des modernen Bitola. ...Ruinen in spektakulärer Lage Wir hatten schon vorher von der Ausgrabungsstätte gehört. Uns war aber nicht bewusst gewesen, dass sie so nah an der Innenstadt liegt. Tatsächlich haben wir Glück und der Eingang ist noch geöffnet. Wir kaufen für umgerechnet einen Euro Tickets, dann erkunden wir die Überreste der römischen Siedlung. Die Anlage wird von einem mächtigen und teilweise rekonstruierten Amphitheater beherrscht, außerdem sind Reste von Tempeln, Brunnen und Wohnhäusern freigelegt. Erst am späten Abend sind wir zurück in unserem Zimmer und legen uns nach einem raschen Abendessen schlafen. Aufbruch vom Hostel am nächsten Morgen Zu unserer großen Freude beginnt der nächste Tag mit strahlendem Sonnenschein und wir brechen bereits am frühen Vormittag auf. Wir spazieren noch einmal die Sirok Sokak entlang und gehen zum Bazar weiter, dessen Geschäfte nun zumindest teilweise geöffnet sind. Auf dem Weg durchs Bazarviertel Eine ganze Weile wandern wir ziellos durch die verwinkelten Straßen und Gassen. Inmitten einer Häuserzeile stoßen auf eine kleine Moschee und schießen einige Fotos der äußerst fotogenen Kulisse. Schließlich machen wir uns auf den Weg zum Busbahnhof. Ankunft in Prilep Nach kurzer Wartezeit können wir in einen Bus nach Prilep steigen, dem heutigen Tagesziel. Die Fahrt dauert eine gute Stunde. Vom Busbahnhof in Prilep ist es ein kurzer Fußmarsch bis zur Altstadt. Architektonisch erinnert sie sehr stark an die Altstadt von Bitola, allerdings ist Prilep insgesamt wesentlich kleiner. Ruinen der Carshi-Moschee Auf einem Platz in der Mitte der Altstadt stoßen wir erneut auf einen der charakteristischen Uhrtürme und auf die Ruinen einer Moschee. Wir nehmen auf einer der Bänke Platz und lassen die Szenerie eine Weile auf uns wirken. Pause beim Aufstieg zur Markovi Kule Am Ortseingang hatten wir eine touristische Landkarte gesehen, die auf die Ruinen der alten Festung Markovi Kule oberhalb der Stadt hinwies. Tatsächlich können wir nun auf einem der malerisch oberhalb der Stadt aufragenden Berge die Reste einer Befestigungsanlage erkennen. Wir zögern nicht lange und machen uns auf den Weg dorthin. In der Festung Obwohl das Terrain nicht sonderlich anspruchsvoll ist, brauchen wir eine Weile für den Aufstieg. Die Sonne brennt so heftig als wäre es bereits Hochsommer und der helle Schotter des Weges reflektiert die Sonnenstrahlen unerbittlich. Doch die Anstrengung lohnt sich. Blick auf Prilep Nachdem wir das Tor der äußeren Wehrmauer durchschritten haben, lassen sich gut die verschiedenen Befestigungsringe ausmachen. Einzelne Mauerfragmente und Gebäudeteile sind entweder restauriert worden oder haben die Zeiten gut überstanden. Am Bahnhof von Prilep Begeistert erklettern wir alle zugänglichen Ruinen und genießen den beeindruckenden Rundumblick. Auf diese Weise gelangen wir auf die Felsspitze, die sich mitten in der Festungsanlage erhebt und mit einem Gipfelkreuz geschmückt ist. Wir machen einige Fotos vom unter uns liegenden Prilep, dann wagen wir uns an den Abstieg. Ankunft am Hostel in Skopje Am späten Nachmittag sind wir in der Stadt zurück. Auf gut Glück gehen wir zum Busbahnhof und erwischen direkt einen Bus zurück in die Hauptstadt Skopje. Kurz vor Anbruch der Dämmerung kommen wir dort an. Wir müssen unser Gedächtnis ein wenig anstrengen, finden aber schließlich den Weg zu dem selben Hostel, wo wir schon drei Jahre zuvor bei unserem letzten Besuch in Skopje genächtigt hatten. Den Abend lassen wir auf der Veranda des Hostels ausklingen, direkt am Ufer der Vardar. Auf dem Weg in die Innenstadt am nächsten Tag Am nächsten Tag sind wir bereits früh auf den Beinen. Noch vor dem Frühstück kaufen wir im Busbahnhof Tickets für den Bus in die bulgarische Hauptstadt Sofia. Die Kunstbrücke Die Abfahrt wird allerdings erst am späten Nachmittag sein. In der Zeit bis dahin wollen wir noch einmal Skopje erkunden, das uns von unserem letzten Aufenthalt in äußerst positiver Erinnerung geblieben war. Nach dem Frühstück spazieren wir an der Vardar entlang in die Innenstadt. Dort sticht besonders das archäologische Museum mit seiner leuchtend weißen Fassade ins Auge. Historische Steinbrücke Kamen Most Aber auch die mit dutzenden Statuen geschmückte Kunstbrücke bietet ein gutes Fotomotiv. Vorbei am großen Brunnen auf dem zentralen Platz Ploštad Makedonija und über die historische Steinbrücke (Kamen Most) bahnen wir uns den Weg in die Altstadt. Im historischen Bazarviertel... Obwohl ein schweres Erdbeben 1963 große Teile von Skopje zerstörte, hat sich der osmanische Teil der Altstadt bis heute erhalten und vermittelt einen guten Eindruck, wie die Stadt einmal ausgesehen haben mag. Wir genießen jedenfalls den Spaziergang durch die belebten Sträßchen des Bazarviertels mit seinen gemütlichen kleinen Häuschen. ...und auf dem modernen Bazar An den touristisch erschlossenen Teil der Altstadt grenzt ein neuzeitlicher Straßenmarkt an mit dem üblichen Sortiment an billiger Kleidung, Obst und Gemüse. Türbe bei der Aladja-Moschee Touristen sehen wir hier keine mehr. Umso überraschter sind wir als wir direkt neben dem Markt die von einer kleinen Parkanlage umgebene Aladja-Moschee entdecken, immerhin eines der ältesten osmanischen Bauwerke Skopjes. Zurück in der Altstadt machen wir uns an den kurzen Aufstieg zur alten Festung von Skopje, der Kale. Bei unserem letzten Aufenthalt war sie nicht zugänglich gewesen, aber diesmal ist der Eingang geöffnet. In der Festung Der Großteil der Anlage scheint ziemlich frei rekonstruiert zu sein, doch der Gang über die breite Befestigungsmauer belohnt uns trotzdem mit einer tollen Aussicht auf die Stadt. Mustafa-Pascha-Moschee Nachdem wir die Festung hinter uns gelassen haben, spazieren wir noch ziellos ein wenig durch die Altstadt, werfen einen Blick auf den Daut-Pascha-Hammam und die Mustafa-Pascha-Moschee. Schließlich wenden wir uns der Neustadt zu. Die ist trotz der zahlreichen protzigen Neubauten weit weniger spektakulär als die Altstadt. Mutter Theresa - die berühmteste Tochter Skopjes Eine der Touristenattraktionen ist die zum Museum umgestaltete Taufkirche von Mutter Theresa, der wohl berühmtesten Tochter Skopjes. In der Nähe finden wir eher zufällig auch einen Wegweiser zum alten Bahnhof der Stadt. Der beim Erdbeben 1963 zerstörte alte Bahnhof Das bei dem schweren Erdbeben 1963 erst wenige Jahre alte Gebäude wurde schwer beschädigt und anschließend nie wieder aufgebaut. Ein neuer Bahnhof wurde einige Kilometer entfernt errichtet; der Ruine des Vorgängerbaus kommt nunmehr die Funktion eines Denkmals zu. Im Bus nach Sofia In einer Shoppingmall am Rande der Innenstadt decken wir uns mit Proviant ein, dann kehren wir zum Busbahnhof zurück. Wenig später fährt unser Bus nach Sofia ab. Ankunft im nächtlichen Sofia Die Fahrt führt über spektakuläre Bergpässe und durch karge, aber nicht weniger spektakuläre Landschaft. Obwohl es sich um eine EU-Außengrenze handelt, verläuft der Grenzübergang nach Bulgarien ereignislos. Nach rund sechs Stunden Busfahrt erreichen wir am Abend endlich die bulgarische Hauptstadt. Müde machen wir uns auf die Suche nach einem Hostel und werden in einer Seitenstraße nahe der Alexander-Newski-Kathedrale fündig. Auf der Bahnfahrt nach Plovdiv Am nächsten Morgen checken wir bereits früh aus dem Hostel aus und gehen zum Bahnhof zurück. Hatten wir bei unserem letzten Aufenthalt vor immerhin fünf Jahren noch den maroden Charme des Sowjetära-Gebäudes bewundert, finden wir heute eine riesige Baustelle vor. Ankunft in Plovdiv Bisher sind nur Teile des Bahnhofs modernisiert. Doch es ist schon zu erahnen, dass nicht viel von diesem Charme übrigbleiben wird. Beim Ticketschalter kaufen wir Fahrkarten nach Plovdiv und wenig später fährt der Zug auch schon ein. Beim Blick auf die am Fenster vorbeiziehende Berglandschaft vergeht die Fahrt in Windeseile und am frühen Nachmittag erreichen wir das Ziel. Wir folgen dem Strom der Passanten in die Richtung, wo wir die Innenstadt vermuten und gelangen so zum Beginn der zentralen Fußgängerzone von Plovdiv. Dschumaja-Moschee und Amphitheater Ausgrabungen römischer Ruinen am Straßenrand weisen auf die lange Geschichte der Stadt hin. Nachdem wir an einer Imbissbude zu Mittag gegessen haben, stoßen wir wenig später auf ein weiteres Relikt der römischen Vergangenheit. Tschifte Banja Inmitten der Straße befinden sich die Reste eines Amphitheaters. Wir steigen die Treppe zur Ausgrabung hinab und finden uns in Front der unteren Sitzreihen der ehemaligen Arena wieder. In deren Mitte tut sich ein Tunnel auf, der als Zugang diente. Recht und links des Ganges befinden sich steinerne Bassins, die wohl rituelle Bedeutung hatten und bis heute mit Wasser gefüllt sind. Wir durchqueren den Tunnel und gelangen so zur Außenmauer des Amphitheaters, wo eine weitere Treppe auf das heutige Straßenniveau hochführt. Spaziergang... In unmittelbarer Nähe der römischen Arena befindet sich die bis heute genutzte Dschumaja-Moschee, die wiederum auf die osmanische Vergangenheit Plovdivs hinweist. ...durch die Altstadt... Eine Besichtigung der Moschee ist scheinbar nicht möglich und so schlendern wir stattdessen die Fußgängerzone weiter hinunter bis zum Ufer des Stadtflusses Mariza. Wir folgen dem Flussufer ein Stück weit und entdecken unterwegs noch ein altes Hammam, die so genannte Tschifte Banja. Schließlich gelangen wir zu einem der Aufgänge in die historische Altstadt. ...von Plovdiv Durch schmale Gassen mit gedrungenen, alten Häuschen spazieren wir durch diesen faszinierenden Teil Plovdivs, der die Atmosphäre vergangener Zeiten bewahrt hat. An der höchsten Stelle der auf einem Hügel gelegenen Altstadt stoßen wir auf die Ruinen einer alten Festung. Armenische Kirche Es bedarf einer Menge Phantasie um sich das ursprüngliche Erscheinungsbild der Anlage auszumalen. Aber neben der Bausubstanz ist auch der Panoramablick von den ehemaligen Festungsmauern den Besuch wert. Wir verbringen einige Zeit in den Ruinen, bevor wir in die Altstadt zurückkehren. Blick von der alten Festung Dort machen wir noch einen Abstecher zum historischen Museum in einem ausgesprochen hübschen Stadthaus im Stil der so genannten Bulgarischen Wiedergeburt. Anschließend werfen wir einen Blick auf die armenische Kirche, die Sveta-Marina-Kirche und die Sveti-Konstantin-i-Elena-Kirche. Am Rande der Altstadt finden wir das zweite, wesentlich berühmtere römische Amphitheater Plovdivs. Die aus weißem Stein errichtete Arena ist beinahe vollständig erhalten. Sveti-Konstantin-i-Elena-Kirche Vor dem Hintergrund des tiefblauen Himmels bietet das Bauwerk einen fantastischen Anblick. Wir schlendern noch ein wenig durch die schattigen Gassen der Altstadt weiter und kehren dann in die Fußgängerzone der Neustadt zurück. Römisches Theater Es ist inzwischen früher Abend geworden. Für die Übernachtung in Plovdiv waren wir von einem Couchsurfer eingeladen worden und es wird langsam Zeit, zu unserem Gastgeber aufzubrechen. Wir treffen uns bei seinem Büro in der Nähe der Innenstadt. Mario ist gebürtiger Italiener, der mit seiner Frau schon länger in Bulgarien lebt und hier ein Unternehmen gegründet hat. Bei italienischem Essen und Wein verbringen wir einen lustigen Abend mit den beiden. Im Bus nach Veliko Tarnovo am nächsten Tag Am nächsten Morgen werden wir sogar zum Busbahnhof gefahren, wo wir uns herzlich verabschieden. Die nächste Station unserer Reise wird Veliko Tarnovo. Die Busfahrt dorthin dauert knappe vier Stunden, die in dem engen und schlecht belüfteten Minibus zur Tortur werden. Der Busbahnhof von Veliko Tarnovo liegt ein gutes Stück außerhalb der Altstadt und es ist bereits früher Nachmittag als wir dort ankommen. In der Altstadt von Veliko Tarnovo Der Fluss Jantra beschreibt bei Veliko Tarnovo einen engen Bogen; die Altstadt selber ist terrassenartig am steilen Flussufer errichtet worden. Wir spazieren eine ganze Weile durch die von gemütlichen kleinen Häusern gesäumten Sträßchen von denen sich immer wieder neue, spektakuläre Blicke über die restliche Altstadt und den Fluss unter uns ergeben. Ulitza Gurko - eine der ältesten Straßen der Stadt Die mit Abstand beeindruckendste Straße der Altstadt ist die Ulitza Gurko, die angeblich bereits zur Gründungszeit der Stadt eine Art Hauptstraße war und sich quer durch den Altstadtkern am Steilufer der Jantra zieht. Blick über Veliko Tarnovo und Jantra Sie führt uns am Ende auch zur Festung Zarewez. Die wurde einst zum Schutz vor den Angriffen des osmanischen Reichs erbaut und gleicht mehr einer Stadt als einer Festung. Im Inneren wurden die Ruinen von mehr als 20 Kirchen und Hunderten Wohnhäusern freigelegt. Entsprechend groß sind die Ausmaße der Anlage. Eingang zur Festung Zarewez... Wir verbringen beinahe den gesamten Nachmittag dort und erkunden die zahlreichen freigelegten Fundamente der Häuser und Kirchen. Manche Teile der Festung wurde sogar wiederaufgebaut. Die extensive Verwendung von modernen Baustoffen verlangt jedoch eine Menge Fantasie um sich ein Bild des einstigen Anblicks zu machen. ...und Ausgrabungen im Inneren Am höchsten Punkt der auf einem Hügel gelegenen Festung wurde gar eine moderne Kirche errichtet, die wegen ihrer neuzeitlichen Architektur und Innengestaltung jedoch merkwürdig deplatziert wirkt. Nachdem wir die Festung wieder verlassen haben, steigen wir noch zum Flussufer unterhalb der Altstadt hinab. Denkmal für die Zarenfamilie Assen Auf der Innenseite der Flussbiege befindet sich hier ein kleiner Park mit einer protzigen Kunstgalerie aus der Jahrhundertwende und einem Denkmal für die in Veliko Tarnovo beigesetzte Zarenfamilie Assen, die im Mittelalter über Bulgarien herrschte. Das eigentliche Highlight ist jedoch der grandiose Panoramablick auf die Altstadt am gegenüberliegenden Flussufer, der sich von hier bietet. Lichtshow auf der Zarewez Festung am Abend Wir genießen die Szenerie eine ganze Weile, dann kehren wir wieder ins Stadtzentrum zurück. Wir sind in einer Bar mit Arne verabredet, den wir über Couchsurfing kennengelernt hatten und bei dem wir heute übernachten wollen. Wie sich zeigt sind wir nicht seine einzigen Übernachtungsgäste; ein australischer Backpacker ist schon seit ein paar Tagen Arnes Gast. Wir verbringen einen amüsanten Abend und haben sogar noch Gelegenheit eine Lichtshow bei der alten Festung Zarewez zu betrachten. Abfahrt aus Veliko Tarnovo am nächsten Morgen Der nächste Morgen beginnt mit dichten Wolken. Nach einem raschen Frühstück brechen wir zum kleinen Bahnhof von Veliko Tarnovo auf, wo wenig später unser Zug nach Ruse abfährt. Ruse liegt weiter im Osten Bulgariens direkt an der Donau, die dort die Grenze nach Rumänien markiert. Ankunft in Ruse Während der knapp dreistündigen Zugfahrt dorthin regnet es beinahe ununterbrochen. Als wir schließlich in Ruse ankommen, ist der Himmel jedoch wieder klar. Vom Bahnhof ist es ein kurzer Weg in die Fußgängerzone der Innenstadt. Ruse war als das Wien des Balkans beschrieben worden und diese Beschreibung erweist sich als ziemlich zutreffend. Donaupromenade und Blick aufRumänien am gegenüberliegenden Ufer Die Altstadt ist geprägt von neo-barocken Stadthäusern. Wir schlendern eine Weile durch die großzügigen Straßen und Alleen und gelangen zum Renaissance-Park. Nachdem wir uns in der Ruhe dort ein wenig entspannt haben, können wir es kaum erwarten zur Donaupromenade zu kommen. In der Dreifaltigkeitskirche Der überwucherte Weg direkt am Flussufer hat zwar sichtlich schon bessere Tage erlebt, doch der Blick über die Donau auf die rumänische Grenze lohnt den Abstecher dennoch. Letzte Station des Tages wird die Heilige-Dreifaltigkeits-Kirche (Света Троица), die als die älteste Kirche in Ruse gilt. Wir bewundern das reich geschmückte Innere ausführlich, dann gehen wir ins Stadtzentrum zurück. Eingang unseres Hotels Inzwischen ist der Abend angebrochen und wir machen uns auf die Suche nach einer Übernachtungsmöglichkeit. Fündig werden wir in der Nähe des Bahnhofs. In einer der oberen Etagen eines tristen Plattenbaus ist ein kleines Hotel untergebracht, das günstige Zimmer anbietet. Wir lassen uns einen Raum geben und gehen im Supermarkt gegenüber dem Hotel einkaufen. unser Abendessen nehmen wir im Zimmer ein, dann legen wir auch schon schlafen. Morgen müssen wir bereits in aller Frühe aufstehen um den Zug zurück nach Sofia zu erreichen. Ankunft in Sofia am nächsten Tag Am nächsten Tag sitzen wir bereits kurz nach Anbruch der Morgendämmerung in einem klapprigen Schnellzug in die bulgarische Hauptstadt. In der Zentralmarkthalle Die Fahrt dauert rund sechs Stunden, während derer die Außentemperaturen immer weiter steigen. Schweißgebadet erreichen wir am frühen Nachmittag unser Ziel. Es ist zwar nicht unser erster Besuch in Sofia, doch trotzdem genießen wir den Spaziergang durch die Stadt. Erster Programmpunkt wird der Besuch des Zhenski Bazar (женски пазар). Auf dem Vitosha Boulevard Von dort ist es nicht weit bis zur Sofioter Synagoge und der Zentralmarkthalle. Weiter spazieren wir durch die Außenbezirke der Stadt. Das alte Badehaus Schließlich gelangen wir so zum Nationalen Kulturpalast, in dessen Nähe die Fußgängerzone Vitosha Boulevard (булевард Витоша) beginnt. Wir schlendern die Fußgängerzone in Richtung Altstadt zurück, werfen noch einen abschließenden Blick auf das große Einkaufszentrum ZUM, das alte Badehaus und die Banja-Baschi-Moschee (Баня баши джамия). Abend am Monument der Sowjetischen Armee Dann wird es Zeit, zum Hostel zu gehen. Nachdem wir eingecheckt haben, lernen wir im Aufenthaltsraum Stefan und Marko kennen. Die beiden sind mit dem Fahrrad aus der Nähe von München bis Sofia gefahren und wollen weiter bis nach Peking radeln (Website der beiden). Den Abend verbringen wir über Reiseerlebnisse diskutierend im so genannten Prinzengarten (Княжеска градина) beim Monument der Sowjetischen Armee. Von dort hat man einen guten Blick auf den Sonnenuntergang über den Dächern der Stadt. Erst tief in der Nacht sind wir im Hostel zurück. Alexander Newski-Kathedrale außen... Am nächsten Morgen sind wir trotzdem wieder früh auf den Beinen. Wir frühstücken gemeinsam mit den beiden Radfahrern und gratulieren Marko, der heute Geburtstag hat. Anschließend brechen wir zur Alexander-Newski-Kathedrale auf. ...und innen Um die Zeit haben sich noch kaum Touristen hierher verirrt und wir können in aller Ruhe den prunkvoll geschmückten Innenraum erkunden. Direkt neben der Kathedrale befindet sich auch die wesentlich ältere Kirche Sweta Sofia (Света София), deren schlichtes Inneres wir ebenfalls besichtigen. Anschließend fahren wir mit der Metro in die Außenbezirke Sofias. Kirche Sweta Sofia Von der Endhaltestelle der Metro geht es mit einem klapprigen Bus nach Boyana weiter. Einst ein eigenes Dorf, ist Boyana heute ein Stadtteil von Sofia. Aufgrund der Lage an einem Berghang oberhalb der Hauptstadt sind die Häuser hier vor allem bei den reicheren Sofiotern beliebt. Blick vom Vorort Boyana auf die Hauptstadt Uns hat jedoch weniger der Ausblick hierher geführt als vielmehr die mittelalterliche Boyana-Kirche (Боянска църква). Die gilt wegen ihrer Fresken als nationales Denkmal und wird sogar als Weltkulturerbe der UNESCO gelistet. Für umgerechnet zehn Euro pro Person lösen wir zwei für bulgarische Verhältnisse außerordentlich teure Eintrittstickets, die uns einen zehnminütigen Besuch der Klosterkirche erlauben. Kirche von Boyana Doch der lohnt sich allemal. Die Fresken sind trotz ihres Alters in außerordentlich gutem Zustand und malen ein lebendiges Bild der damaligen Glaubenswelt. Am frühen Nachmittag sind wir schließlich wieder in der Innenstadt von Sofia zurück. Besuch des Kulturpalasts zurück in Sofia Wir essen im Untergeschoss der Markthalle zu Mittag und gehen dann noch einmal zum Kulturpalast. Von dessen Dachterrasse soll man einen tollen Rundumblick über Sofia und Umgebung haben. Die Dachterrasse erweist sich am Ende zwar als geschlossen, doch dafür erkunden wir ausgiebig das fast menschenleere und irgendwie labyrinthartigen Innere des Gebäudes. Blick von den oberen Etagen des Bauwerks Architektonische Schönheit lässt sich dem Bauwerk zwar kaum attestieren, dafür kommen wir uns vor wie in einer sowjetischen Zeitkapsel. Nach einer kurzen Pause im Hostel gehen wir abends noch einmal in den Prinzengarten. Letzer Abend in Sofia Heute ist der neunte Mai, der Tag des Sieges über Hitler-Deutschland. Während in Russland gigantische Paraden abgehalten werden, ist in Sofia nur eine kleine, schlecht besuchte Bühne neben dem Monument der Sowjetischen Armee aufgebaut. Wir setzen uns trotzdem in der Nähe hin, essen unser Abendessen und betrachten die Darbietungen. Um 21 Uhr endet das Spektakel ziemlich abrupt und die letzten paar Zuschauer verlassen den Park. Auch wir kehren ins Hostel zurück. Morgen müssen wir in aller Frühe zum Flughafen um nach Deutschland zurückzufliegen.
18.04.2015
Nicky
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Schon mehrmals waren wir in Norditalien gewesen, so beispielsweise in Venedig und Triest, Turin, Bologna, Bergamo und Mailand. Als wir im Frühjahr auf preisgünstige Flüge nach Mailand stießen, zögerten wir trotzdem nicht lange mit dem Buchen. Da wir schon einmal dort gewesen waren, fassten wir den Plan, vom Flughafen in Mailand direkt ins nahe Verona weiterzufahren. Daten von OpenStreetMap - Veröffentlicht unter ODbL In der Viktor-Emanuel-Galerie in Mailand Am 11.04.2015 geht es früh morgens los. mit Germanwings fliegen wir von Düsseldorf nach Mailand. In Vorbereitung auf die Expo 2015 ähnelt der Flughafen Malpensa bei unserer Ankunft einer einzigen großen Baustelle. Trotzdem finden wir rasch den Bus in die Innenstadt von Mailand. Nach rund einer Stunde Fahrzeit steigen wir am Bahnhof Milano Centrale aus. Der nächste Zug von dort nach Verona wird erst gegen elf Uhr abfahren, bis dahin sind es noch mehr als zwei Stunden Wartezeit. Mailänder Dom Wir nutzen die Gelegenheit für einen kurzen Spaziergang durch die Altstadt von Mailand. Bei unserem letzten Aufenthalt vor beinahe eineinhalb Jahren war das Wetter trübe gewesen; heute hingegen ist der Himmel wolkenfrei. Wir bewundern noch einmal die um diese Uhrzeit noch beinahe menschenleere Viktor-Emanuel-Galerie und gehen dann zum Dom weiter. Bahnhof Milano Centrale Dessen beeindruckende Marmorfassade sieht im strahlenden Sonnenschein sogar noch fotogener aus als in unserer Erinnerung. Nachdem wir noch ein wenig durch die gemütlichen Sträßchen der Altstadt geschlendert sind, kehren wir kurz vor der Abfahrt unseres Zuges zum Bahnhof zurück. Mit der Bahn nach Verona Schon bei unserer letzten Kurzreise nach Mailand hatten die beeindruckende Größe und der Prunk des klassizistischen Monumentalbaus bleibenden Eindruck bei uns hinterlassen. Auch heute kommen wir nicht umhin, noch einmal das Bahnhofgebäude in seiner ganzen Pracht auf uns wirken zu lassen bevor wir in den Zug nach Verona steigen. Die Bahnfahrt dauert gut zwei Stunden. Die am Fenster vorbeiziehende Landschaft ist zwar durchaus sehenswert, trotzdem fallen uns in der zunehmenden Wärme die Augen zu. Portoni della Brà, Eingang der veroneser Altstadt Am frühen Nachmittag erreichen wir den Zielbahnhof Verona Porta Nuova. Von dort ist es nur ein kurzer Fußweg in die Altstadt. Wir betreten die Altstadt durch die Portoni della Brà und sofort fällt unser Blick auf die Arena von Verona, die sich direkt auf der Piazza Brà dahinter befindet. Die Arena von Verona Staunend betrachten wir von allen Seiten das römische Amphitheater, das sogar einige Jahre älter als das Kolosseum in Rom sein soll. Schließlich biegen wir in die Haupteinkaufsstraße ein, die uns an Cafés, Restaurants und Boutiquen vorbei zur Piazza delle Erbe führt. Der Platz mit seinen historischen Hausfassaden war einst der Marktplatz der Stadt. Piazza delle Erbe Wir lassen in Ruhe das Ensemble auf uns wirken und schlendern über den kleinen Markt, der in der Mitte des Platzes aufgebaut ist und an dessen ursprüngliche Funktion erinnert. Casa di Giulietta Weiter spazieren wir in Richtung der Etsch, des Stadtflusses von Verona. Auf dem Weg dorthin passieren wir auch die Casa di Giulietta. Wir quetschen uns durch das dichte Gedränge im Durchgang zum Innenhof des mittelalterlichen Hauses, das der Familie Del Cappello gehörte. An der Etsch, dem Stadtfluss von Verona Aufgrund der Namensähnlichkeit wird das Gebäude irrtümlich mit der Julia Capulet aus Shakespeares Drama Romeo und Julia in Verbindung gebracht. Arco della Costa Wie alle Touristen schießen wir einige Fotos des Innenhofs mit einer Bronzestatue der Julia und einem kleinen steinernen Balkon auf halber Höhe der Hausfassade. Schließlich verlassen wir die Casa di Giulietta wieder und setzen unseren Weg zum Ufer der Etsch und über den Fluss hinüber fort. Auf der anderen Seite der Etsch finden wir in einer Nebenstraße dann auch unser Hostel. Hochsarkophage der Scaliger Eigentlich wollten wir dort das Gepäck ablegen, doch es stellt sich heraus, dass die Rezeption geschlossen ist. Also kehren wir wieder in die Altstadt zurück. Noch einmal schlendern wir zur Piazza delle Erbe und biegen von dort aus in eine andere Seitenstraße ein. Im Arco della Costa am Eingang dieser Straße ist ein Walknochen befestigt. Kirche Santa Maria Antica Der Legende nach wird der Knochen erst hinabfallen, wenn der Torbogen von einem Menschen passiert wird, der noch nie gelogen hat. Obwohl Päpste und Könige den Torbogen durchschritten haben, hängt der Knochen bis zum heutigen Tag an seinem Platz... Spaziergang durch die Altstadt Weiter geht es zur Kirche Santa Maria Antica. Das romanische Bauwerk ist zwar nicht allzu bemerkenswert, dafür sind die Grabmale vor dem Eingang der Kirche umso auffälliger. Die Patrizierfamilie Scaliger, die einst über Verona herrschte ließ die Gräber in Form von Hochsarkophagen errichten. Von der Kirche schlendern wir über Umwege zurück zur Piazza delle Erbe. Markt auf der Piazza delle Erbe Inzwischen ist es später Nachmittag geworden und wir beschließen einen neuen Anlauf bei unserem Hostel zu unternehmen. Tatsächlich ist die Rezeption diesmal geöffnet und wir können unser Zimmer beziehen. Vor dem Castelvecchio Nach einer kurzen Rast gehen wir noch einmal in die Altstadt zurück um fürs Abendessen einzukaufen. In der Nähe der Portoni della Brà finden wir eine Einkaufsmöglichkeit und decken uns mit Obst, Gemüse und lokalen Käsespezialitäten ein. Um den Flug nach Mailand heute Morgen zu erreichen, hatten wir bereits um halb zwei in der Frühe aufstehen müssen und langsam übermannt uns nach dem langen Tag die Müdigkeit. Ponte Scaligero Trotzdem können wir nicht widerstehen als wir auf dem Rückweg zum Hostel einen Wegweiser zum Castelvecchio sehen. Wir spazieren gemütlich durch die Innenhöfe der ehemaligen Wehranlage und gelangen so zum Aufgang der zinnenbewehrten Brücke Ponte Scaligero. Vom historischen Flair des Bauwerks ganz abgesehen bietet sich von hier ein guter Panoramablick auf die Altstadt im warmen Licht der Abendsonne. Obwohl die Uhrzeit bei der Rückkehr zum Hostel noch nicht allzu weit fortgeschritten ist, fallen wir nach dem Abendessen erschöpft auf die Betten. Am nächsten Morgen in der Altstadt Der nächste Morgen begrüßt uns mit ebenso gutem Wetter wie am Vortag. Wir checken im Hostel aus und frühstücken in einem Café in der Nähe Brioche und Cappuccino. Unser erster Gang führt uns dann zum Bahnhof Porta Nuova wo wir Tickets für die Rückfahrt nach Milano kaufen. Historische Befestigungsanlagen Unterwegs zurück in die Altstadt werfen wir einen Blick auf die historischen Befestigungswälle der Stadt. Schließlich gelangen wir wieder zum Amphitheater und gehen von dort erneut zur Piazza delle Erbe. Wir spazieren durch die Seitenstraßen und noch einmal zur Casa di Giulietta, in deren Innenhof sich um diese Uhrzeit noch fast keine Touristen verirrt haben. Fassade des Doms von Verona... Weiter führt unsere Besichtigungsrunde zum Ufer der Etsch, dem wir bis zum Castelvecchio folgen. Nachdem wir das trutzige Bollwerk noch einmal in Augenschein genommen haben geht es zur Cattedrale di Verona, dem Dom. ...und ein Blick ins Innere Dort findet grade eine Messe statt, so dass wir das Innere nicht allzu intensiv besichtigen können. Stattdessen überqueren wir noch einmal die Etsch und machen uns auf den Weg zum Cimitero Monumentale, dem Friedhof von Verona. Obwohl der im Reiseführer als sehenswert beschrieben worden war, finden wir die Anlage eher enttäuschend. Hohe Mauern mit Arkadengängen umfrieden eine quadratische Fläche, auf der sich steinerne Grabmale aneinanderreihen. Cimitero Monumentale Das Fehlen jeglichen Grüns lässt den Friedhof dabei äußerst trostlos erscheinen. Nächste Station wird die Tomba di Giulietta, das angebliche Grab der Julia. Beim Grab der Julia Der Weg dorthin führt vorbei an den alten Stadtmauern, deren Ausmaße einen Eindruck von der einstigen Wehrhaftigkeit Veronas vermitteln. Als wir beim Eingang zum Grab der Julia ankommen, müssen wir jedoch feststellen, dass die Warteschlange auch zu dieser frühen Stunden schon erstaunlich lang ist. In Anbetracht der wenigen Zeit die uns bis zur Abfahrt aus Verona verbleibt, verzichten wir daher auf diesen Programmpunkt und kehren zurück in die Altstadt. Letzte Station in Verona: Kirche San Zeno Nach einem raschen Mittagessen wird es Zeit zum Bahnhof aufzubrechen. Statt des direkten Weges nutzen wir diesmal den Weg über die zu einer Parkanlage umgestalteten Erdwälle der ehemaligen Stadtbefestigung und erlauben uns auch noch einen Abstecher zur beeindruckenden Kirche San Zeno Maggiore. Nachmittags sitzen wir schließlich im Regionalzug nach Milano, das wir am frühen Abend erreichen. Wir trinken dort noch einen letzten Espresso in einer Bar in der Nähe des Bahnhofs, dann steigen wir in den Flughafenbus.
22.03.2015
Nicky
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Bisher waren wir davon ausgegangen, dass nur die Billigfluglinie WizzAir günstige Flüge nach Osteuropa anbieten würde. Doch Anfang 2015 entdeckten wir, dass auch RyanAir die Strecke Dortmund - Krakau bedient. Wir waren zwar schon einmal dort gewesen, doch in Anbetracht der günstigen Ticketpreise zögerten wir trotzdem nicht lange mit der Buchung. Daten von OpenStreetMap - Veröffentlicht unter ODbL Ankunft in Krakau Am 13.03.2015 steigen wir abends in Dortmund in den Flieger und landen anderthalb Stunden später in Polen. Der nach Papst Johannes Paul II benannte Flughafen von Krakau gleicht einer großen Baustelle und es dauert eine Weile bis wir den Bus in die Innenstadt gefunden haben. Mitten in der Nacht kommen wir schließlich am Busbahnhof an. Der Weg in die Altstadt ist uns noch von unserem letzten Aufenthalt vor beinahe vier Jahren vertraut und so stehen wir wenig später auf dem Rynek Główny, dem zentralen Marktplatz des historischen Stadtkerns. Tuchhalle bei Nacht Obwohl unaufhörlich Nieselregen fällt, sind die Straßen gut gefüllt; Krakau gilt nicht umsonst als eine der Partystädte Osteuropas. Nach Feiern ist uns hingegen nach dem langen Tag nicht mehr zumute. Wir schießen noch ein paar Fotos der auch bei Nacht malerischen Motive von Marienkirche und Tuchhalle (Sukiennice), dann machen wir uns auf die Suche nach unserem Hostel. Kurz hinter der ehemaligen Stadtmauer werden wir fündig. Wir checken ein, essen noch rasch das unterwegs gekaufte Gebäck zu Abend, dann legen wir uns auch schon schlafen. Zweites Frühstück in der Bahn von Kattowitz nach Gleiwitz Am nächsten Morgen werden wir zwar vom Prasseln von Regen gegen das Fenster unseres Zimmers geweckt, doch als wir das Hostel nach dem Frühstück verlassen hat der Regen aufgehört. Da wir Krakau schon einmal besucht hatten, wollen wir heute ins benachbarte Gleiwitz (Gliwice), das uns wegen seiner pittoresken Altstadt empfohlen worden war. In der Innenstadt von Gleiwitz Wie wir am Bahnhof feststellen müssen, fahren nur sporadisch Züge in Richtung Gleiwitz. Schließlich entscheiden wir uns für einen Expressbus nach Kattowitz, von wo aus hoffentlich bessere Verbindungen nach Gleiwitz bestehen. Die Busfahrt dauert knapp anderthalb Stunden und bei der Ankunft in Kattowitz hat es wieder zu regnen begonnen. Postkarte schreiben in der alten Hauptpost Wir eilen im Laufschritt durch den Regen vom Busbahnhof zum Bahnhof. Tatsächlich soll der nächste Regionalzug nach Gleiwitz bereits in Kürze abfahren. Wir kaufen zwei Tickets und nehmen wenig später in einem modernen Triebwagen Platz. Ring und Rathaus Nach kurzer Fahrt kommen wir am späten Vormittag am Ziel an. Vom Bahnhof führt unser Weg durch die Neustadt, die einer riesigen Baustelle gleicht; die gesamte Straße ist aufgerissen und versinkt dank des Regens im Schlamm. Kurz bevor wir die Altstadt erreichen stoßen wir auf einen Wegweiser zur Touristeninformation in einer kleinen Seitenstraße. Allerheiligenkirche Die erweist sich zwar als wenig hilfreich, doch direkt gegenüber befindet sich die Hauptpost in einem hübschen neugotischen Gebäude. Wir besichtigen das Innere und schreiben dort eine Postkarte nach Hause, bevor wir schließlich zum "Ring" genannten Marktplatz in der Altstadt weitergehen. Streifzug durch die Altstadt Obwohl der bei Weitem nicht so beeindruckend ist wie der Rynek Główny in Krakau, so ist die historische Bebauung doch sehenswert. Speziell das barocke Rathaus aus dem 15. Jahrhundert sowie der Neptunbrunnen aus dem 18. Jahrhundert erregen unsere Aufmerksamkeit. Peter-Paul-Kirche Vom Markt schlendern wir weiter durch die umliegenden Sträßchen des historischen Stadtkerns und bewundern den Backsteinbau der Allerheiligenkirche sowie die neugotische Peter-Paul-Kirche. Schließlich entdecken wir auch das Schloss von Gleiwitz und einige Reste der mittelalterlichen Stadtbefestigung, die in den Bau des Schlosses einbezogen wurden. Schloss von Gleiwitz Ganz in der Nähe befindet sich auch die neue Markthalle. Verkauft werden dort und in den umgebenden Seitenstraßen neben lokalen Agrarerzeugnissen auch Käse und Fleisch. Auch wir nutzen die im wahrsten Sinne des Wortes günstige Gelegenheit und decken uns mit Lebensmitteln für das Abendessen im Hostel ein. Ankunft in Kattowitz Als wir die Markthalle verlassen haben hat sich das Wetter weiter verschlechtert. Da wir die wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Gleiwitz betrachtet haben, kehren wir daher zum Bahnhof zurück. Gerne hätten wir auch den berühmten Sendeturm des Senders Gleiwitz besucht, der untrennbar mit dem Beginn des Zweiten Weltkriegs verbunden ist. Doch in Anbetracht des unaufhörlichen Regens verzichten wir darauf. Spaziergang durch die Innenstadt Nach kurzem Warten fährt ein Zug zurück nach Kattowitz in den Bahnhof ein und wir verabschieden uns von Gleiwitz. Wir waren bei unserem letzten Aufenthalt in Krakau zwar auch schon nach Kattowitz gefahren, doch damals war die Innenstadt durch Bauarbeiten blockiert. Marienkirche Da es noch eine Weile bis zur Abfahrt des nächsten Zuges nach Krakau dauert, nutzen wir also die Gelegenheit noch einmal einen kurzen Rundgang durch Kattowitz zu unternehmen. Sogar der Regen hat aufgehört. Wir werfen einen Blick auf die Marienkirche und spazieren durch die von hübsch restaurierten Geschäftshäusern gesäumte Fußgängerzone. Abends zurück in Krakau Eher zufällig stoßen wir dabei auf ein im Kellergewölbe eines Altbaus gelegenes Restaurant, das sich bei den Studenten der Universität Kattowitz offenbar großer Beliebtheit erfreut. Wir zögern nicht lange, nehmen ebenfalls dort Platz und gönnen uns ein verspätetes Mittagessen. Abendessen im Hostel Schließlich wird es Zeit zum Bahnhof zurückzukehren wo wir bald darauf in einen Regionalzug nach Krakau steigen können. Am späten Abend kommen wir dort an. Wie schon gestern schlendern wir auf dem Weg zum Hostel durch die belebten Straßen der Altstadt, flüchten dann aber vor dem wiedereinsetzenden Regen in unser Zimmer. Mit einer Flasche polnischen Biers und den in Gleiwitz gekauften Leckereien lassen wir dort den Abend ausklingen. Kazimierz, das ehemalige jüdische Viertel Auch der nächste Tag beginnt mit bedecktem Himmel, doch laut des Rezeptionisten im Hostel ist für den restlichen Tag gutes Wetter vorhergesagt. Als wir nach dem Frühstück auschecken ist davon noch nichts zu sehen. Nachdem wir am Bahnhof den Fahrplan des Busses zum Flughafen in Erfahrung gebracht haben, bricht jedoch tatsächlich die Sonne durch die Wolkendecke. Im Paulinerkloster So nutzen wir die verbleibenden Stunden bis zum Abflug für einen weiteren Streifzug durch Krakau. Vom Bahnhof spazieren wir zum ehemaligen jüdischen Viertel Kazimierz, werfen ein Blick auf die Remuh-Synagogen, die Tempel-Synagoge und die Alte Synagoge. Auf dem Wawel Entlang des Weichselufers und vorbei am Paulinerkloster auf dem Skałkahügel mit der beeindruckenden St.-Michael-und-Stanislaus-Kirche gelangen wir zum Wawel, dem Burgberg Krakaus. Wir folgen den Touristengruppen den steilen Aufgang hinauf und lassen im Innenhof der beeindruckenden Anlage noch einmal das architektonische Ensemble mit Wawelschloss und -kathedrale auf uns wirken. Letzer Blick auf die Tuchhalle Als wir am frühen Nachmittag wieder in der Altstadt von Krakau zurück sind legen wir eine Pause in dem selben Café ein, wo wir schon vor vier Jahren gesessen hatten. Nach einem letzten Blick auf die Tuchhalle und die Marienkirche schließen wir das Wochenende mit einem Besuch in einem Piroggen-Restaurant ab. Wir essen uns an diversen herzhaften und süßen Variationen dieser mit Tortellini vergleichbaren polnischen Spezialität satt. Schließlich brechen wir zum Bahnhof auf, wo wenig später der Bus zurück zum Flughafen abfährt.
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© Helmecke Ralf